Samstag, 7. März 2015

Zurück zu "my total freedom"

In erster Linie ist das ein Dankeschön an meine "Schülerin" Yasemin Celikkan.

Und dann ist es eine Botschaft an die Welt da draußen. Doch alles der Reihe nach.


In unserem letzten Gespräch sagte Yasemin "Das zum Thema Aufrichtigkeit, gell?". Das war die Frage auf eine Antwort von mir. Die mehr eine Ausrede schien als eine aufrichtige Antwort an mich selber. Es nervte mich, dass meine "Schülerin" mir, ihren Lehrer, so eine Antwort stellte. Irgend wann mal endete das Gespräch. Ich ging nach Hause. Einerseits mit sehr viel Liebe vür Yasemin, andererseits ärgerte ich mich richtig. Ich suchte die "Schuld" bei ihr, dann suchte ich die "Schuld" bei mir. Für meinen Ärger. Doch es fühlte sich überhaupt nicht gut an.  Dieses innere Theater ging ca. 3 Tage. Ich konnte nachts nicht schlafen. Es quälte mich Etwas. Dann, auf die Nacht vom 3. auf den 4. März wachte ich um 2:00 Uhr morgens auf. Als ob mich irgend etwas oder irgend jemand ganz sanft weckte und zu mir sprach: "Georg, ich erinnere mich, als ich mit der Gewaltfreien Kommunikation begann fühlte ich mich glücklich. Die glücklichen Gesichter der Menschen mit denen ich sprach, die Menschen die ich begleitet habe, ohne Worte wie "Coaching", "Seminar", Workshop, "Infoveranstaltung" und ähnliches fühlte ich mich frei. Es war ein so schönes Gefühl zwischen all den Menschen, Erwachsenen wie auch Kinder, zu sitzen und eine Wärme zu spüren. Ohne das Damoklesschwert über mir, dass da heisst "Geld verdienen". Und jetzt?

Seit ich mich selbstständig gemacht habe und ich Geld verdienen muss, bin ich nicht frei. Bei den Vorstellungsgesprächen in Firmen, Schulen bin ich nicht mehr authentisch. Ich bin blockiert. Ja keinen Fehler zu machen. Ich muss ja überzeugen, verkaufen. Du brauchst den Auftrag, sonst....

Ich kann mich an einen Fall erinnern in dem ich mich und "meine" Gewaltfreie Kommunikation angeboten habe. In einem großen Unternhemen. Da war der Chef, seine Assistentin und eine Abteilungsleiterin dabei. Angesetzt war 1 Stunde. Wir saßen 2,5 Stunden zusammen. Da war diese innere Freiheit, kein "verkaufen" zu müssen, es war menschlich. Die Abteilungsleiterin erzählte mir von ihrem "Problem". Und da habe ich empathisch reagiert nicht statisch, kopfig um den Auftrag zu erhalten. Da dachte ich gar micht daran. Wir trennten uns richtig frei und warm. Wir haben uns geeinigt, dass wir eine Infoveranstaltung mit allen Mitarbeitern abhalten. Und dann? Als ich die Veranstaltung vorbereitete, war wieder der Kopf dabei. Und was ist passiert. Ich habe den Auftrag nicht erhalten, weil ich nicht mehr der war, wie in dem Vorgespräch. Die Assistentin sagte mir "Herr Mouratidis, Sie waren ganz anders. Sogar Fr. XY von der Abteilung hat das gesagt. Und sie war so angetoan von Ihnen und Ihrer Art!"

Zu diesem Zeitpunkt habe ich diese Aussage "beiseite geschoben." - Pfff, wenn die nicht will, dann halt nicht. Natürlich habe ich andere Aufträge erhalten, aber ich verlor mich immer und immer weiter. Ähnlich ging es mir mit einer Schule. Beim Vortrag war ich so gelöst mit den Kindern zu arbeiten. Ich saß mitten unter Ihnen, die Kinder um mich rum. Und wo ran scheitert es? An dem Kopf der denkt den Auftrag zu bekommen.


Und ich weiß, es fühlt sich überhaupt nicht gut an.

Zwei andere Situationen haben mir das wieder vor Augen geführt. Es war einmal bei unserer Kindercoachinggruppe. Wenn ich bedenke, dass am aller ersten Tag alle Kinder gesagt haben, dass sie nicht freiwillig da sind, sondern nur weil ihre Eltern sie dazu "überredet" haben. Ander jeder Doppelstunde haben ALLE auf die Frage hin, "wer ist nächstes Mal dabei?" mit einem klaren "ICH" geantwortet. Wenn ich an das Feedback der Kinder denke, am Ende jeder Doppelstunde und am Ende des Projektes, dann war ich überglücklic. genau im meinem "Fluss". Genau das was ich will, beabsichtige. Die Freude in den glänzenden Augen dieser Kinder. Und ich habe es tatsächlich geschafft, dass zwei Kinder geweint haben und ein Junge ganz nahe dran war. Sie fühlten sich "erlöst", es war jemand da mit dem sie reden konnten. Der ihnen einfach zuhört. Ich kann mich an eine Antwort von einigen der Kinder erinnern, die da gesagt haben, "...aber unsere Eltern können das nicht so wie ihr...".

Und dann? Beim Abschluss des Pilotprojektes, als wir den Müttern gesagt haben, dass wir uns überlegt haben für die Doppelstunde denn bestimmten Betrag zu verlangen. Da sagte eine Mutter, "da muss ich mich zurücknehmen. Wir bauen gerade, und mein Mann wird mich umbringen wenn ich hier zusage!". In diesem Moment bemerkte ich wie ein Mädchen von der heiteren Stimmung plötzlich richtig traurig wurde. Sie hatte sich so gefreut weiter zu machen. Es ist genau das Mädchen von dem diese Mutter gesagt hat, dass sie nun beobchatet wie ihre Tochter jetzt verstärkt Kindern die gemoppt werden, unterstützt.

Und ein Junge war auch sehr traurig, als seine Mutter ähnlich gesagt hat, dass sie nicht weiter machen werden.

Auch wenn wir gesagt haben, dass es am Geld nciht scheitern soll, kam später gar keine Reaktion seitens der Eltern.

Und das genau macht mich sehr traurig. Denn wir denken an die Kinder, das war der Grund weshalb wir dieses Pilotprojekt angesetzt haben. FÜR DIE KINDER.


Die zweite Situation war die mit Yasemin. Sie sagte mir:"Das was andere nicht in 4 vier Jahren schaffen, hast du bei mir in vier Monaten geschafft!". Am Anfang habe ich diesen Satz nicht verstanden. Jetzt kommt er mir Stück für Stück in den Sinn zurück. Wenn jemand sich dazu "überwindet" mein Seminar- oder gar das Coachinggeld aufzubringen, ist es nicht jedem gegeben eine längere Zeit mit mir zu gehen. Um dieses "Klick" zu erkennen. Und genau diese Möglichkeit möchte ich jedem geben. JEDEM!
 

Das wird aber nicht geschehen, wenn es am Geld scheitert!
Hier endete meine nächtliche Diskussion mit mir!


Somit habe ich mich entschieden, dass alle meine Dienstleistungen KEINER Preisliste unterworfen werden. Es kann jeder - wirklich JEDER - das bezahlen was er kann und/oder ihm die Arbeit mit mir wert ist.  Ich werde offen legen, was mich die fixen Kosten (wie Räumlichkeiten, etc) kosten. Wenn ich 0 auf 0 komme ist es auch ok, wenn dann auch noch etwas für mich übrig bleibt, auch gut.

ACHTUNG: Alle meine Preise (in den Flyerrn, PDFs, Seiten, ...) sind mit "freiwillige wertschätzende Honorierung" zu ersetzen. Bis ich meine Homepage nach und nach angepasst habe!
Nehmen Sie mich beim Wort. Erzählen Sie es weiter. Geben Sie sich und anderen die Chance die Yasemin erhalten hat, lamgsam heran geführt zu werden. In ihre Aufrichtigkeit, in ihre Liebe und Empathie!

Ich konnte danach sanft einschlafen und habe es kaum ausgehalten das festzuhalten.

Danke Yasemin, für die provokative Frage. Die mich wieder zu mir geführt hat!

PS: Seminare die ich in meiner Funktion als Dozent abhalte - wie z.B. in den Paracelsusschulen - kann ich nicht beeinflussen. Da machen Sie einen Vertrag mit den Schulen und nicht mir.

Mittwoch, 4. März 2015

Bauchgefühl vs. Ratio oder Engelchen und Teufelchen


Ein innerer Dialog brachte mich dazu diese Frage in einem Forum zu stellen.
Die einzige Antwort die ich erhalten habe - und die mir sehr gefällt - halte ich hier einfach fest.

Ich
Ich hab da mal ne Frage: "Angenommen ihr habt den Eindruck, dass euch jemand be-nutzt, be-trügt oder un-ehrlich zu euch ist. Wie geht ihr das an um Gewissheit zu bekommen, ob es nur ein Eindruck ist oder ob ihr "Recht" habt? Und sagt mir bitte jetzt nicht: "Dann frag den doch!" Genau da liegt ja die Crux!
Antwort
Lieber Georg, hast Du eine Intuition, auf die Du Dich verlassen kannst bzw. war Dir Deine Intuition oder auch Dein Bauchgefühl ein guter Wegbegleiter? Und meine andere Frage an Dich ist: wäre es denn schlimm, wenn es so wäre wie Dein Eindruck es Dir vermittelt oder kann es sein, dass es an Deiner Perspektive, Deinem Denkmuster, Deinem Blickwinkel, Deiner Erwartungshaltung, Deiner Angst etc. liegt. Was für Dich eine Lüge ist, muss für die andere Person noch lange keine Lüge sein, oder? Das ist doch Dein Eindruck bzw. unter Umständen Deine Bewertung. Und wenn man das nicht ehrlich fragen bzw. darüber reden kann, so nimmst es doch wahr und kannst das auf Dich wirken lassen und je nachdem wie Du es für Dich für richtig hältst, Dich "verhalten" in mehrfacher Hinsicht. Oder Du nimmst den Menschen so wie er ist und lässt es auch so. Es kann ja sein, dass es einen ganz bestimmten Sinn und Zweck hat, dass dieser Mensch Deinen Weg kreuzt. Es ist nur so wichtig wie Du dem Wichtigkeit beimisst Also das ist nur einer der vielen Denkansätze und Möglichkeiten. Ich wünsche Dir eine angenehme Nachtruhe. Nachti
Ich 
Die Intuition (Bauchgefühl) glaubt das nicht. Sie glaubt nicht daran, dass derjenige sie betrügt oder be-nutzt oder gar be-lügt. sie ist davon sogar überzeugt. doch es ist der kopf der sich dazwischen mogelt. dieser ratio oder wie der heisst. es ist ein kampf zwischen diesen beiden. Bauchgefühl und Ratio. Wie Engelchen und Teufelchen. Und er denkt es ist das Bauchgefühl dass nach Klarheit sucht. Dabei ist es der Kopf. Oder es wird nach einer dritten Seite gesucht. Vllt. sowas wie ein Alibi. Alibi für das Bauchgefühl um dem Verstand nicht glauben zu wollen. Oder gar zu folgen. Weil der Weg der Intuition ein warmer ist oder sich nur warm anfühlt.

Oder ein Alibi für den Ratio. Damit er eine Rechtfertigung, eine Absolution eine Bestätigung für sein "kommendes" Handlen zu haben.

Dann wäre es aber in beiden Fällen nur ein Alibi. Selbst kultiviert. Selbst im Kopf erzeugt.

Aber wie gewinnt das Bauchgefühl diesen erbarmungslosen Kampf. Kann er ihn denn überhaupt gewinnen? Muss irgend eine Seite gewinnen? Denn der Bauch weiss, alles was ein Mensch tut, tut er um sich ein Bedürfnis zu erfüllen. Auch wenn der Bauch dadurch krampft. Doch der Kopf schreit "und genau das ist Betrug an den anderen. Das ist egoistisch!! Der beutet dich aus. Der benutzt dich. Deine Wärme, deine Offenheit, deine Güte, u.s.w."

Muss überhaupt jemand etwas gewinnen? Was auch immer "gewinnen" nun ist.

Einen wunderschönen Tag dir!

Samstag, 14. Februar 2015

Pilotprojekt Kindercoaching zu Ende

Heute war der letzte Tag unseres Kindercoachng Pilotprojekt.

Yasemin hat die Kinder getrennt von den Eltern befragt.

Eine der Fragen war: "Wer möchte weitermachen?"
Alle schrien sofot "Ja" - Ausser ein 14 jähriges Mädchen. Als ich sie gefragt habe, ob sie uns sagen kann und möchte, weshalb sie nicht weitermachen will, hatte sie keine Antwort. Oder die Worte nicht für die Antwort.

Ok, als die Eltern kamen fragte Yasemin ob die Eltern eine Veränderung gesehen haben. Also, ich habe das so wahrgenommen, dass kein Elternteil eine Veränderung gesehen hat. naja, das ist ja auch legitim. Es waren ja "nur" 6x.

So, und jetzt kommen wir zu den Kosten. Als Yasemin erzählt hat was wir in der zukunft haben wollen - für unsere Arbeit - sagte eine Mutter: "Da muss ich mich zurückziehen. Wir bauen gerade und das können wir uns nicht leisten."

Ich ließ das mal so stehen bis Yasemin zu Ende war.
Ich fragte ob ich 2 Minuten noch bekomme, weil ich was sagen möchte.

Alle nickten und ich sagte:" Also, ich stelle fest, dass L...i sehr unruhig ist..."

Ich war noch kaum fertig, da sagte ihr Mutter: "Ja, ihr ist langweilig!"

"Das glaube ich nicht und das wollte ich nicht sagen. Ich habe bemerkt, dass L....i wohl sehr traurig wurde, als du gesagt hast, dass du dich zurückziehen musst! Denn L....i war die aller erste die am "lautesten" geschriehen hat, dass sie weiter machen will."

L....i nickt zustimmend.

--:--

Ich möchte hier jetzt gerne aufhören mit der Erzählung. Mir war sehr wichtig hier klar zu machen, dass 1. Bedürfnisse der Kinder nicht berücksichtig werden und 2. die Interpretation dass es L...i langweilig sei.

Ich hatte den Eindruck - bei der Elternrunde - dass sie der Ansicht waren, sie schicken unsere Kinder zu uns und dann sind sie "geheilt". Nämlich so, wie sie - die Eltern - es gerne hätten.

Ich bedaure diese Kinder sehr! Und nicht nur diese.

Ich bedauere aber auch die Eltern, die in ihrer Konditionierung die Bedürfnisse ihrer Kinder übersehen.

(c) georg mouratidis

no one is born racist


Eines Tages war ich mit meiner behinderten Tochter und ihrer Mutter im Freibad. Wir saßen dort auf dem Rasen. Neben uns eine andere Mutter mit ihrer Tochter. Die Tochter fragt ihre Mutter: "Mama was hat das Kind?" - Die Mutter schaute verschämt weg und beantwortete die Frage ihrer Tochter nicht. Ihr war es offensichtlich peinlich, weil sie merkte, dass ich das gehört habe. Ich wandte mich an das Kind und fragte:"Möchtest du mich was fragen?" Das Kind antwortete mit einem ja. "Ok" sagte ich, "was möchtest du wissen?" Das Kind fragte mich, was denn das Mädchen habe. Ich sagte es ihm, es bedankte sich und es war "zufrieden". Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Es sind unsere Gedanken über andere Menschen. Und genau das was unsere Eltern, Lehrer und die Gesellschaft uns "lehrt!"

~:~

One day I was with my disabled daughter and her mother in the outdoor pool. We sat there on the grass. Beside us another mother with her daughter. The daughter asks her mother: "Mom what does this child have?" - The mother looked away shyly and did not answer the question of their daughter. It was obviously embarrassed her, because she realized that I've heard that. I turned to the child and asked, "Would you like to ask me something." The child answered with a yes. "Ok," I said, "what do you want to know?" The child asked me what that the girl has. I told him it thanked me and it was "satisfied". I can not repeat it often enough. It is our thoughts about other people. And what our parents, teachers and the society teaches us!

Freitag, 16. Januar 2015

Hauptsache über andere urteilen!

Vorgestern war ich tanken.
Ich wollte mit der Karte bezahlen. Die Kassiererin schaut 3-4 Mal an mir vorbei zu den Tanksäulen. Sie bemerkt dass ich verwundert schaue und sie sagt: "Da ist eine junge Frau, die hat offensichltich Probleme mit dem Tankdeckel!".
Ah ok sagte ich.

Hinter mir sagt dann eine Dame:"Sie könnte ja auch dort weg fahren und wo anders den Deckel versuchen zu schließen. Oder? Sie steht an der Zapfsäule und behindert die anderen. Oder nihct. Denke ich doch so. Hmm". Und ich erkannte einen "ironischen" Unterton in ihrer Stimme.
Ich drehte mich zu ihr und sagte:"Oder sie hätten auch helfen können, wenn es ihnen zu lange geht, oder?"

Sie schaut mich an, zuckt mit den Schultern, zieht Mundwinkeln nach unten als ob sie Gleichgültigkeit signalisieren will und macht "pfff!"
Ich frage Sie dann: "Wenn es iHnen doch so egal ist, wieso haben Sie es hier dann erwähnt? Hauptsache über andere "geurteilt", oder?"

Stille! Alle anderen Kunden schauen mich an. Ich weiß niatürlich nicht was sie in diesem Moment dachten, aber mich hat diese Reaktion der Frau sehr genervt.

"Hauptsache über andere blöd reden" dachte ich mir!

(c) georg mouratidis

Montag, 27. Oktober 2014

blame ist not for failure, it is for failing to help or because i didn't ask for help

"blame ist not for failure, it is for failing to help or because i didnt ask for help".

Diese Aussage habe ich in einem Video gehört und sie gefällt mir so sehr. Auch wenn mir das Wort "blame" irgendwie nicht gefällt. Aber die Botschaft die für mich dahinter steckt fasziniert mich.

...because i didnt ask for help...

Das erinnert mich an die Situation als ich ein junges Mädchen begleitete. Sie war von zu hause abgehauen. Die Polizei rief mich an, weil dieses junge Mädchen mich wollte. Also ging ich hin um sie abzuholen. Während unserer Arbeit erzählte sie mir, dass sie so gerne Deutschland verlassen würde um nach Londin auszuziehen. Aber ihr fehlte das Geld.
Ich antwortete ihr, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt um an Geld zu kommen. Ich forderte sie auf mir ein paar zu nennen.

Sie sagte:" Ich kann mein Ipad verkaufen!"
Was noch? fragte ich.
"Meinen Schmuck...Ich könnte arbeiten gehen..."

Und so zählte sie ein paar auf!

Was noch? fragte ich.

Sie schaute mich an und sagte:"Du meinst jetzt nicht Leute um Geld bitten?"

"Doch genau das meine ich!" antwortete ich ihr.
"Sag den menschen was du vorhast und bitte sie um Geld! Bitte Sie um Hilfe!"

Keine 4 Tage später schrieb sie mir eine sms: "Georg, ich habe es gemacht. Ich habe Leute um Geld gebeten und ich habe mir das Ticket nach London schon geakauft!"

Ich war sprachlos. Sie hat es tatsächlich getan. Sie hat um Hilfe gebeten.
She asked for help. Und es wurde ihr geholfen.

...for failing to help...

es gab eine Obdachlose Frau die ich kennen gelernt habe. Beim Taxi fahren...Anne...Ich kann mich an eine Situation erinnern. Sie stand beim Leocenter und bettelte um Geld...Ich beobachtete wie Passanten an ihr vorbeiliefen...Ich stellte mich zu ihr und fragte Sie: "Hallo Annes, brauchst du Geld?". Sie schaute mich an und sagte:"Das weißt du!" Ich habe ihr ein wenig Geld gegeben. Ich beobachtete ein älteres Paar wie sie zu uns  rüberschauten. Dieses Ehepaar war vor ein paar Minuten an Anne vorbei gelaufen und schauten sie so ablehnend an. Als sie sahen, dass ich mich mit ihr unterhielt und ihr Geld gab, kamen sie zu Anne und gaben ihr auch etwas Geld...Ich war sehr berührt...denn diese Menschen haben geholfen.

(c) georg mouratidis

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Aus Fremden können "Freunde" werden! - Für einen Augenblick!

Heute hat mir ein wild fremder Mensch über sein Leben erzählt!
Über seine Ehe, die Scheidung, dass seine Frau ihn betrogen hat und dass er sich an ihnen rächen wird!

Ich habe ihn erzählen lassen...habe ihm zugehört...habe ab und zu Fragen gestellt um ihn zu verstehen...

Am Ende sagte ich ihm:"Stell dir vor wie sie da stehen würden, wenn du sie verblüffst! Wenn du alles in Frieden auflöst und ihr alles gute wünschen würdest. Wenn du etwas machst, was niemand in dieser Situation erwarten würde. Wenn du ihnen den WInd aus den Segeln nimmst und ihnen gar keine Angriffsfläche gibst?"

Er dachte kurz nach und sagte dann:"Ja, du hast Recht. Ich werde es mir sehr genau überlegen...aber ich glaube dass ist eine sehr guter Gedanke! Danke!"

"Danke, dass du mir dieses Vertrauen geschenkst hast" sagte ich ihm.
"Danke für deine Zeit" sagte er und wir gingen auseinander.

Mir ist es wichtig dass hier zu teilen. Denn aus ganz fremden Menschen können für einen kurzen Augenblick "Freunde" werden!

(c) georg mouratidis

Sonntag, 3. August 2014

Sei nicht nett - sei authentisch!

Am Freitag war ich beim LIDL, etwas für den Abend einkaufen.
Ich habe meine Sachen geholt und stehe an der Kasse.
Dort nehme ich eine stereotypische Stimme der Kassiererin wahr.
"Hallo", "Das macht ... bitte", "Danke", "Bitte!"

Und jeder Satz endet mit einem hohen, nach hinten hin schwingendem und sterotypischen Ton.

Es gibt ein Bundesland wo jeder Satz mit einem Fragezeichen endet. So ähnlich hört sich das an.
So richtig unecht, gestellt, gezwungen.

Ich komme an die Reihe und frage die Kassiererin:"Wie oft am Tag sagen Sie hallo!"
Sie schaut mich an und sagt:"Ich kann doch Sie nicht auslasen, wenn ich die anderen grüße!"
Ich denke mir:"Das war nicht meine Frage, aber ok. Ich lasse es lieber jetzt!"

"Ich bin halt nett" sagt sie zu mir.
"Seien Sie nicht nett", sage ich zu ihr "seien Sie authentisch!"

Stille. So lange, dass ich den Eindruck habe die Kassiererin ist nicht mehr da :-)

"Wenn ich arbeite muss ich nett sein. Wenn ich privat bin dann bin ich authentisch."

"Und weshalb sind sie nicht immer authentisch?"

"Ich arbeite doch bei LIDL, ich muss nett sein!"

"Seien Sie immer authentisch und nicht nur wenn Sie privat sind..."

Sie fällt mir ins Wort: "4 Euro 56 bitte, Danke, Auf wiedersehen!"

Also, ich möchte in Zukunft lieber nicht mehr so gegrüßt werden. Es ist mir nicht echt.

Es ist automatisiert, stereotypisch, roboterhaft.

Ich habe im selben LIDL schon andere herzhafte Gespräche geführt. Mit anderen Mitarbeiterinen. Sie waren Türkinen. Vllt. liegt es daran. Ich weiß es nicht.

(c) georg mouratidis

Donnerstag, 31. Juli 2014

ver-rückt euch, macht etwas Platz, lasst Menschen zwischen euch.



Als ich das Video mit dem Obdachlosen gesehen habe - es kam irgend wie zu meinen Augen - war ich sehr berührt. Mir liefen Tränen im Gesicht.

Doch irgendwie habe ich im Netz gefunden, dass es insziniert wurde und ich war sauer. Ich fühlte mich um meine
"ehrlichen" Emotionen und Tränen betrogen.

Ich finde die Idee sehr gut, doch die Umsetzung fand ich persönlich bäh.

Im ersten Augenblick dachte ich darüber nach eine eigene Initiative zu starten und Menschen in "echt" zu überraschen. Ich hatte weiterhin den Gedanken sowas nicht zu filmen. Ich habe mich gefragt, was war da die Motivation den Clip zu machen und zu veröffentlichen? Marketing?

ABER: Es heißt ja auch: "Tue Gutes und sprich darüber!" - Also, war das für ,mich mit dem Clip ok. Nur, Echtheit/Authentizität hat mir hier gefehlt.

Und das bedauere ich sehr. Ich bin ent-täuscht!

War mir auch nicht im Klaren, ob ich ne eigene Initiative starte; ich möchte die Idee eigentlich nicht kopieren. Werde mal in mich gehen. Und vllt. mache ich es doch. Mit echten Obdachlosen, echten Menschen die das Leben übersieht.


Das waren so meine Gedanken als ich diesen Videoclip sah. Langsam reift es in mir. Ich möchte dem Leben etwas zurück geben. Weil bis heute mein Leben es mit mir gut gemeint hat.

Deshalb bin iach auf der Suche nach Gleichgesinnte. Wer möchte mich dabei unterstützen, dem Leben etwas zurückzugeben. Menschen zu untersützen, überraschen, gutes tun. Unbürokratisch, schnell, spontan. Ich habe absolut KEINE Idee wo mich meine/unsere Reise hinführen wird. Wer möchte dabei sein? Für den Anfang wäre es mir Recht, wenn es Menschen sind die aus meiner Gegend kommen. Kreis BB oder Großraum Stuttgart wäre auch ok!

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.

In diesem Sinne

ver-rückt euch, macht etwas Platz, lasst Menschen zwischen euch.


Sonntag, 27. Juli 2014

(Ist) Familie so wichtig?

Gestern sagte ein junger Mann zu mir: "Für mich ist Familie sehr wichtig!"
Ich fragte ihn was denn für ihn an einer Familie so wichtig ist?
Er hat lange gebraucht bis er dann sagte: "Puuh, gute Frage, das kann ich mit Worten nicht sagen!"

"Was ist denn an einer Familie so wichtig?".
Wer kann für sich denn diese Frage mit Worten beantworten? ;-)

(c) georg mouratidis

PS: Ein paar Gedanken im XING Forum, die mich persönlich emotional berührt haben und der Anlass dafür sind, dass ich das hier in meinem blog festhalten möchte:
https://www.xing.com/communities/posts/was-ist-familie-1006515707

Sonntag, 20. Juli 2014

Selbstmarketing

Ein jungerr Mann sitzt in meinem Bus. Er erzählt, er käme gerade von einem Seminar und wäre froh endlich nach Huase zu kommen.

Ich frage ihn:"Was ist das für ein Seminar?"
Er: "Es heißt Selbstmarketimg. Wie man sich besser darstellt und besser verkauft!"
"Können Sie mir das etwas anders erklären?" frage ich.
"Wie meinen Sie das?" fragt er mich.
"Nun, 'besser darstellen' kann ich noch verstehen. Auch wenn ich mit dem Wort nicht ganz klar komme. Aber was bedeutet 'besser verkaufen'"?
"Naja, es geht darum wie man sich gegenüber anderen eben verkauft!"
"Haben Sie mir ein Beispiel, wo Sie das gelernte im Leben einsetzen können? Wo Sie sich besser verkaufen können?"
"Ja" sagt er "Wenn Sie sich z.B. ein halbes jahr lang eingebrahct haben, im Team, und der Vorgesetzte sieht es nicht. Sieht nicht ihre Arbeit. Weil er keine Zeit hat. Oder weil er sich keine Zeit nehmen will!"
"Und was genau machen Sie dann um auf sich aufmerksam zu machen?" frage ich ihn.

Jetzt erzählt er mir eine Weile lang was er NICHT machen würde, aber nicht das was er machen würde. Wie er das Gelernte hier umsetzen kann/soll.

"Können Sie mir erzählen WAS Sie machen werden um den Teamleiter auf sich aufmerksam zu machen? Welche Punkte aus dem Seminar werden Sie andwenden?"

Dann erzählt er mir was er machen wird.

"Ist das was Sie im Seminar gelernt haben?"
"Ja" sagt er
"Eine Frage, wenn ich als Ihr Teamleiter mich 1/2 jahr lang nicht um Sie und ihrer Arbeit gekümmert habe, glauben Sie dass ich es jetzt tue? So wie Sie mit mri reden?"

"Nein!" sagt er.
"Wie fühlen Sie sich dann, wenn Sie sich so verhalten wie Sie es in diesem Seminar gelernt haben?"
"Nicht gut?"
"Sie fühlen sich nicht gut?"
"Ja" sagt er.
"Wieso tuen Sie es dann? Wieso tuen Sie etwas was nicht in Einklang mit Ihrem Inneren ist?"

Kurze Stille!

"Sie haben Recht" sagt er. "Es geht in diesem Seminar wirklich wie ich mich besser verkaufen kann!"

"Aber das haben Sie doch gerade nicht, oder?" frage ich. "Ihr Teamleiter nimmt weiterhin keine Notiz von Ihnen und Sie fühlen sich auch nicht dabei wohl, richtig?"

"Ja" antwortet er
"Weshalb machen Sie das dann?"
"Wenn man Karriere machen will, muss man das wohl?!"

"Darf ich Sie fragen wie jung Sie sind?" frage ich ihn?
"Ja, 31".
"Und Sie lernen mit 31 Dinge zu tun die nicht in Einklang mit Ihnen selbst sind? Und das fördert Ihr Arbeitgeber?"

Stille. Sehr lange Zeit Stille. Vielleicht auch nur, weil er keine Lust mehr hatte darüber zu diskutieren.


(c) georg mouratidis

Freitag, 18. Juli 2014

„Teller Suppe“

„Eine ältere Dame kauft sich einen Teller Suppe. Behutsam trägt sie die dampfende Köstlichkeit an einen Stehtisch und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke. Sie hat den Löffel vergessen. Als sie zum Tisch zurückkehrt, steht dort ein Afrikaner – schwarz, kraushaar, bunt wie ein Paradiesvogel – und löffelt die Suppe. Zuerst schaut die Frau ganz verduzt. Dann aber besinnt sie sich, lächelt den Mann an und beginnt ihren Löffel zu dem seinen in den Teller zu tauchen. Sie essen gemeinsam. Nach der Mahlzeit – unterhalten können sie sich kaum – spendiert der junge Mann ihr noch einen Kaffee und verabschiedet sich höflich. Als die Frau gehen will und unter den Tisch zur Handtasche greift, findet sie nichts. Alles weg.
 
Also doch, ein gemeiner, hinterhältiger Spitzbube! Enttäuscht, mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist spurlos verschwunden. Aber am Nachbartisch erblickt sie einen Teller Suppe, inzwischen ist er kalt geworden. Darunter hängt ihre Handtasche.“

„Teller Suppe“, ist von Manfred Zacher