Donnerstag, 23. Oktober 2014

Aus Fremden können "Freunde" werden! - Für einen Augenblick!

Heute hat mir ein wild fremder Mensch über sein Leben erzählt!
Über seine Ehe, die Scheidung, dass seine Frau ihn betrogen hat und dass er sich an ihnen rächen wird!

Ich habe ihn erzählen lassen...habe ihm zugehört...habe ab und zu Fragen gestellt um ihn zu verstehen...

Am Ende sagte ich ihm:"Stell dir vor wie sie da stehen würden, wenn du sie verblüffst! Wenn du alles in Frieden auflöst und ihr alles gute wünschen würdest. Wenn du etwas machst, was niemand in dieser Situation erwarten würde. Wenn du ihnen den WInd aus den Segeln nimmst und ihnen gar keine Angriffsfläche gibst?"

Er dachte kurz nach und sagte dann:"Ja, du hast Recht. Ich werde es mir sehr genau überlegen...aber ich glaube dass ist eine sehr guter Gedanke! Danke!"

"Danke, dass du mir dieses Vertrauen geschenkst hast" sagte ich ihm.
"Danke für deine Zeit" sagte er und wir gingen auseinander.

Mir ist es wichtig dass hier zu teilen. Denn aus ganz fremden Menschen können für einen kurzen Augenblick "Freunde" werden!

(c) georg mouratidis

Sonntag, 3. August 2014

Sei nicht nett - sei authentisch!

Am Freitag war ich beim LIDL, etwas für den Abend einkaufen.
Ich habe meine Sachen geholt und stehe an der Kasse.
Dort nehme ich eine stereotypische Stimme der Kassiererin wahr.
"Hallo", "Das macht ... bitte", "Danke", "Bitte!"

Und jeder Satz endet mit einem hohen, nach hinten hin schwingendem und sterotypischen Ton.

Es gibt ein Bundesland wo jeder Satz mit einem Fragezeichen endet. So ähnlich hört sich das an.
So richtig unecht, gestellt, gezwungen.

Ich komme an die Reihe und frage die Kassiererin:"Wie oft am Tag sagen Sie hallo!"
Sie schaut mich an und sagt:"Ich kann doch Sie nicht auslasen, wenn ich die anderen grüße!"
Ich denke mir:"Das war nicht meine Frage, aber ok. Ich lasse es lieber jetzt!"

"Ich bin halt nett" sagt sie zu mir.
"Seien Sie nicht nett", sage ich zu ihr "seien Sie authentisch!"

Stille. So lange, dass ich den Eindruck habe die Kassiererin ist nicht mehr da :-)

"Wenn ich arbeite muss ich nett sein. Wenn ich privat bin dann bin ich authentisch."

"Und weshalb sind sie nicht immer authentisch?"

"Ich arbeite doch bei LIDL, ich muss nett sein!"

"Seien Sie immer authentisch und nicht nur wenn Sie privat sind..."

Sie fällt mir ins Wort: "4 Euro 56 bitte, Danke, Auf wiedersehen!"

Also, ich möchte in Zukunft lieber nicht mehr so gegrüßt werden. Es ist mir nicht echt.

Es ist automatisiert, stereotypisch, roboterhaft.

Ich habe im selben LIDL schon andere herzhafte Gespräche geführt. Mit anderen Mitarbeiterinen. Sie waren Türkinen. Vllt. liegt es daran. Ich weiß es nicht.

(c) georg mouratidis

Donnerstag, 31. Juli 2014

ver-rückt euch, macht etwas Platz, lasst Menschen zwischen euch.



Als ich das Video mit dem Obdachlosen gesehen habe - es kam irgend wie zu meinen Augen - war ich sehr berührt. Mir liefen Tränen im Gesicht.

Doch irgendwie habe ich im Netz gefunden, dass es insziniert wurde und ich war sauer. Ich fühlte mich um meine
"ehrlichen" Emotionen und Tränen betrogen.

Ich finde die Idee sehr gut, doch die Umsetzung fand ich persönlich bäh.

Im ersten Augenblick dachte ich darüber nach eine eigene Initiative zu starten und Menschen in "echt" zu überraschen. Ich hatte weiterhin den Gedanken sowas nicht zu filmen. Ich habe mich gefragt, was war da die Motivation den Clip zu machen und zu veröffentlichen? Marketing?

ABER: Es heißt ja auch: "Tue Gutes und sprich darüber!" - Also, war das für ,mich mit dem Clip ok. Nur, Echtheit/Authentizität hat mir hier gefehlt.

Und das bedauere ich sehr. Ich bin ent-täuscht!

War mir auch nicht im Klaren, ob ich ne eigene Initiative starte; ich möchte die Idee eigentlich nicht kopieren. Werde mal in mich gehen. Und vllt. mache ich es doch. Mit echten Obdachlosen, echten Menschen die das Leben übersieht.


Das waren so meine Gedanken als ich diesen Videoclip sah. Langsam reift es in mir. Ich möchte dem Leben etwas zurück geben. Weil bis heute mein Leben es mit mir gut gemeint hat.

Deshalb bin iach auf der Suche nach Gleichgesinnte. Wer möchte mich dabei unterstützen, dem Leben etwas zurückzugeben. Menschen zu untersützen, überraschen, gutes tun. Unbürokratisch, schnell, spontan. Ich habe absolut KEINE Idee wo mich meine/unsere Reise hinführen wird. Wer möchte dabei sein? Für den Anfang wäre es mir Recht, wenn es Menschen sind die aus meiner Gegend kommen. Kreis BB oder Großraum Stuttgart wäre auch ok!

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.

In diesem Sinne

ver-rückt euch, macht etwas Platz, lasst Menschen zwischen euch.


Sonntag, 27. Juli 2014

(Ist) Familie so wichtig?

Gestern sagte ein junger Mann zu mir: "Für mich ist Familie sehr wichtig!"
Ich fragte ihn was denn für ihn an einer Familie so wichtig ist?
Er hat lange gebraucht bis er dann sagte: "Puuh, gute Frage, das kann ich mit Worten nicht sagen!"

"Was ist denn an einer Familie so wichtig?".
Wer kann für sich denn diese Frage mit Worten beantworten? ;-)

(c) georg mouratidis

PS: Ein paar Gedanken im XING Forum, die mich persönlich emotional berührt haben und der Anlass dafür sind, dass ich das hier in meinem blog festhalten möchte:
https://www.xing.com/communities/posts/was-ist-familie-1006515707

Sonntag, 20. Juli 2014

Selbstmarketing

Ein jungerr Mann sitzt in meinem Bus. Er erzählt, er käme gerade von einem Seminar und wäre froh endlich nach Huase zu kommen.

Ich frage ihn:"Was ist das für ein Seminar?"
Er: "Es heißt Selbstmarketimg. Wie man sich besser darstellt und besser verkauft!"
"Können Sie mir das etwas anders erklären?" frage ich.
"Wie meinen Sie das?" fragt er mich.
"Nun, 'besser darstellen' kann ich noch verstehen. Auch wenn ich mit dem Wort nicht ganz klar komme. Aber was bedeutet 'besser verkaufen'"?
"Naja, es geht darum wie man sich gegenüber anderen eben verkauft!"
"Haben Sie mir ein Beispiel, wo Sie das gelernte im Leben einsetzen können? Wo Sie sich besser verkaufen können?"
"Ja" sagt er "Wenn Sie sich z.B. ein halbes jahr lang eingebrahct haben, im Team, und der Vorgesetzte sieht es nicht. Sieht nicht ihre Arbeit. Weil er keine Zeit hat. Oder weil er sich keine Zeit nehmen will!"
"Und was genau machen Sie dann um auf sich aufmerksam zu machen?" frage ich ihn.

Jetzt erzählt er mir eine Weile lang was er NICHT machen würde, aber nicht das was er machen würde. Wie er das Gelernte hier umsetzen kann/soll.

"Können Sie mir erzählen WAS Sie machen werden um den Teamleiter auf sich aufmerksam zu machen? Welche Punkte aus dem Seminar werden Sie andwenden?"

Dann erzählt er mir was er machen wird.

"Ist das was Sie im Seminar gelernt haben?"
"Ja" sagt er
"Eine Frage, wenn ich als Ihr Teamleiter mich 1/2 jahr lang nicht um Sie und ihrer Arbeit gekümmert habe, glauben Sie dass ich es jetzt tue? So wie Sie mit mri reden?"

"Nein!" sagt er.
"Wie fühlen Sie sich dann, wenn Sie sich so verhalten wie Sie es in diesem Seminar gelernt haben?"
"Nicht gut?"
"Sie fühlen sich nicht gut?"
"Ja" sagt er.
"Wieso tuen Sie es dann? Wieso tuen Sie etwas was nicht in Einklang mit Ihrem Inneren ist?"

Kurze Stille!

"Sie haben Recht" sagt er. "Es geht in diesem Seminar wirklich wie ich mich besser verkaufen kann!"

"Aber das haben Sie doch gerade nicht, oder?" frage ich. "Ihr Teamleiter nimmt weiterhin keine Notiz von Ihnen und Sie fühlen sich auch nicht dabei wohl, richtig?"

"Ja" antwortet er
"Weshalb machen Sie das dann?"
"Wenn man Karriere machen will, muss man das wohl?!"

"Darf ich Sie fragen wie jung Sie sind?" frage ich ihn?
"Ja, 31".
"Und Sie lernen mit 31 Dinge zu tun die nicht in Einklang mit Ihnen selbst sind? Und das fördert Ihr Arbeitgeber?"

Stille. Sehr lange Zeit Stille. Vielleicht auch nur, weil er keine Lust mehr hatte darüber zu diskutieren.


(c) georg mouratidis

Freitag, 18. Juli 2014

„Teller Suppe“

„Eine ältere Dame kauft sich einen Teller Suppe. Behutsam trägt sie die dampfende Köstlichkeit an einen Stehtisch und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke. Sie hat den Löffel vergessen. Als sie zum Tisch zurückkehrt, steht dort ein Afrikaner – schwarz, kraushaar, bunt wie ein Paradiesvogel – und löffelt die Suppe. Zuerst schaut die Frau ganz verduzt. Dann aber besinnt sie sich, lächelt den Mann an und beginnt ihren Löffel zu dem seinen in den Teller zu tauchen. Sie essen gemeinsam. Nach der Mahlzeit – unterhalten können sie sich kaum – spendiert der junge Mann ihr noch einen Kaffee und verabschiedet sich höflich. Als die Frau gehen will und unter den Tisch zur Handtasche greift, findet sie nichts. Alles weg.
 
Also doch, ein gemeiner, hinterhältiger Spitzbube! Enttäuscht, mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist spurlos verschwunden. Aber am Nachbartisch erblickt sie einen Teller Suppe, inzwischen ist er kalt geworden. Darunter hängt ihre Handtasche.“

„Teller Suppe“, ist von Manfred Zacher

Sonntag, 6. Juli 2014

Warum sich Ausländer nicht integrieren...

...KÖNNEN?

Neulich hatte ich eine Diskussion mit einem Bekannten. Mit einem deutschen Bekannten. Es ging um die Ausländer. Ausländer die die deutsche Sprache nicht lernen, hierher kommen und ihre Kultur durchsetzen wollen, und um vieles mehr.

Er sagte:"Ich habe nichts gegen Ausländer, wenn sie sich integrieren!"

Für mich war das Wort integrieren "negativ" behaftet. Sowas wie, "ich muss mich unterornden". Und das lehne ich persönlich ab.

Ich habe mich mal dann im Netz schlau gemacht und bin auf Folgrendes gestoßen:

integrieren: Menschen in das eigene (Sozial) Gefüge aufnehmen, einbinden!

"Der Prozess der Integration von Menschen mit einem Migrationshintergrund besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung, Kommunikation, Finden von Gemeinsamkeiten, Feststellen von Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung zwischen Zugewanderten und der anwesenden Mehrheitsbevölkerung." (Quelle: wikipedia)

Somit liegt der erste Schritt für eine Integration in der Anstrengung/Verantwortung/Bereitschaft des Gastgebers einen Gast in sein Gefüge aufzunehmen oder einzubinden.

(c) georg mouratidis

Mittwoch, 2. Juli 2014

Hinter einem Lächeln!



Dieses Lied lief gestern im Radio auf dem Weg nach Hause.
(Im Radio wurde es von Nana Mouskouri gesungen)

Währen ich so die ersten Zeilen so hörte, fraget ich mich: "Wie lange wird sie das aushalten bis sie geht?". Eine kleine Weile später kam schon die Antwort..

Das ist nicht das erste Mal, dass ich höre, dass Menschen zum "Wohle anderer" ihre Bedürfnisse hinten anstellen. Ja, sie gar nicht wahrnehmen (wollen). In Ihnen brodelt es, doch sie sagen keinen Ton!

Liebe Leute, verbergt eure Gefühle und Bedürfnisse bitte nicht hinter einem
Lächeln. Drückt es aus, sagt es, kommuniziert es, schreit es raus! Das wird euch gut tun, Euch UND den anderen.

Wenn wie in dem Lied die Mutter geht - im Lied wird behauptet, einfach, doch das glaube ich nicht - sind die anderen überrascht. Weil sie das von euch gar nicht kennen. Und am Schluss, seid dann eher ihr "die Bösen".

In der Gewaltfreien Kommunikation wird dieses Verhalten "passiv aggressiv" genannt. Wenn wir Ärger vermeiden wollen, Konflikte aus dem Weg gehen, geben wir auch dem anderen nicht die Möglichkeit zu erkennen wie es mir geht. Und wenn es dann explodiert, dann stehen wir "dumm" da!

Neulich wurde ich gefragt:"Wie erkenne ich ob richtig oder falsch liege? Ob ich das Richtige tue?" Ich habe ihm geantwortet:" Wenn dein Inneres nicht rebeliert, dann hast du für dich das Richtige getan!" -

Tut nicht etwas, was gegen euer Inneres ist. Steht euch nicht selbst im Wege. Verbergt es nicht hinter einem Lächeln.

Jedes Mal, wenn ich das Lied mir anhöre, bekomme ich Gänsehaut und Tränen.


(c) georg mouratidis

Donnerstag, 12. Juni 2014

Kommunikation ist Glückssache!

Neulich auf facebook in einem Forum:

"Ich suche Karten für das Konzert xy. Und bitte keine Wucherpreise wie bei ebay!"

Interessant. Jetzt weiss jeder, dass er keine Wucherpreise verlangen kann, aber:

- was ist ein Wucherpreis?

- und vor allem, was ist der Preis den der Suchende bezahlen möchte?

Warum ist es dem Suchenden nicht möglich anzugeben, welchen Preis er bereit ist zu bezahlen? So mit wäre ganz klar - für jeden Leser - was der Suchende ausgeben möchte!

Die "Gewaltfreie Kommunikation" sagt nicht umsonst, 'sag was du willst, und nicht was du nicht willst!'. Denn dadurch lässt du den Hörer im Unklaren. Fragt er nicht nach wird sich nichts regen. Du wartest und der andere reagiert nicht. Tja!

Mittwoch, 11. Juni 2014

sprechen, hören, verstehen!

Heute an der Bushaltestelle:


Eine junge Dame, die jeden Morgen mit mir fährt, kommt auf mich zu und begrüßt mich. Ich bin etwas überrascht, da sie ihr Auto auf der Straße parkt und frage Sie:


Hier nun der weitere Dialog.  

Ich
Wieso parken Sie draußen? Haben Sie keinen Ausweis mehr?
Sie 
Doch, aber ich finde es einfacher und bequemer auf der Starße zu parken. Meine männlichen Kollegen sagen das auch.
Ich 
Ach so, Sie meinen ...
Sie
Na dieses blöde Betondings an der Schranke. Die Schranke und ich haben ein Problem. 
(Sie lächelt).
Ich
Ja, ich finde es ist etwas unglücklich gebaut.
Sie 
Ja, ich komm nicht richtig rum!
Ich
Tja, entweder man beherrscht sein Auto oder nicht!
Sie 
Halt, meine männlichen Kollegen schimpfen auch.
 Ich
Halt, ich habe nichts von Frauen gesagt, oder?
Sie 
Stimmt.
 Ich
Was habe ich gesagt?
Sie 
Ja, Sie haben Recht.

Ich habe mich da so gefragt, was bringt einen Menschen dazu was ganz anderes zu hören, als das was ich "wörtlich" gesagt habe?

Ist das die Konditionierung? Ein mangelndes Selbstvertrauen? Sie kam mir ja schon am Anfang unseres Gespräches "verteitigend" vor. Die "Gewaltfreie Kommunikation" spricht hier vom "Wolfsohr nach aussen". Ich höre Schuld und verteidige mich. Das war doch nicht nötig!

-georg mouratidis -

Samstag, 31. Mai 2014

Gottes Marionetten?

Heute wieder eine Diskussion mit einem moslemischen Bekannten. Er erzählte mir eine Geschichte über "seinen" Gott und, dass der Mensch frei ist sich zu entscheiden wohin er geht.
Ich möchte jetzt nicht diese Geschichte hier erzählen, vielmehr möchte ich dort ansetzen, wo er dann sagte:"...aber ok, wir reden hier über Glauben. lass uns über was anderes reden!"

"Ich würde dir schon gerne ein paar Fragen stellen, bezüglich dieser Geschichte. ist das ok für dich?"
Kurzes Schlucken, dann: "Ja, ok!"

"Ich möchte, dass du weißt, dass ich diese Fragen jedem Gläubigen stellen könnte, egal ob Moslem, Christ oder Jude!"

Ich: "Ist Gott allwissend?"
Er: "Ja!"
Ich: "Ist Gott allmächtig?"
Er: "Ja!"
Ich: "Kennt Gott meinen Weg?"
Er: "Ja, bis ans Ende!"
Ich: "Ok, bestimmt Gott mein Leben?"
Er:"Ja!"
Ich: "Also von der Geburt bis zu meinem Tod!"
Er: "Ja!"
Ich: "Jede Minute meines Lebens. Er bestimmt sie?"

Jetzt schluckt er wieder, weil er weiß was jetzt kommt :-)

Er: "Ja, schon!"

Ich: "Wie kannst du dann behaupten, dass der Mensch selber entscheiden kann was er tut? Wieso bestimmt dann Gott, dass der Georg ein Bösewicht wird und du ein Gutmensch? Sind wir dann nicht seine Marionetten?"

Stille!

(c) georg mouratidis

Sonntag, 27. April 2014

drei, vier oder sechs Milimeter

Ich finde es sehr interessant Menschen zu beobachten, wenn sie sich unterhalten. Es ist manchmal sehr erfrischend.

Eine Unterhaltung zwischen einer Frisuerin, ich schätze sie so Mitte 20, und einem älternen Herrn ca 70 Jahre alt- :

Friseurin: "Sie wollen einen Maschinenschnitt?"
Gast: "ja!"
Friseurin: "Wieviel soll ich stehen lassen?"
Gast: "4 mm!"
Friseurin: "Wir haben nur 3 oder 6 mm!"
Gast: "Na dann 3!"

Ich musste grinsen. Die Friseurin schaut mich an und fragt mich weshalb ich lache?

"Nun" antworte ich, "Sie haben den Herrn gefragt wieviel mm er stehen haben willl. Er sagt 4 mm. Sie sagen Sie haben nur 3 oder 6. Der Herr sagt dann, dann eben 3. Es wäre vllt. effektiver wenn Sie ihm von Anfang an gesagt hätten, dass Sie nur 3 oder 6 mm haben!"

Darauf die Antwort der Frisuerin:"Auf den einen Millimeter konnt es auch so nicht an, oder?"
"Nun" antworte ich, "Manchen Menschen vllt. schon. Und wenn es auf diesen einen Millimeter nicht ankommt, weshalb war es Ihnen wichtig ihm zu sagen, dass Sie nur 3 oder 6 mm haben? Weshalb haben Sie dann nicht gleich angefangen zu schneiden?"

Stille!

Ich frage mich oft, wenn ich Menschen reden höre, ob die wirklich wissen was Sie da von sich geben,  und was macht sie so sicher, dass der andere sie so versteht wie sie verstanden werden wollen? Und ich beobachte, komischerweise, dass es funktioniert. Tut es das wirklich? Funktioniert es wirklich? In den meisten Fällen wage ich es zu bezweifeln!

(c) georg mouratidis

Samstag, 26. April 2014

Kann man die Heizung ausmachen?

Heute im Bus stellt mir ein Gast folgende Frage: "Kann man die Heizung ausmachen?"

(Eine einfache Frage mit so einer großen Wirkung)

Abgesehen davon, dass ich  nicht weiß, wer "man" ist, habe ich mir überlegt wie ich diesem Menschen jetzt begegne, wie ich seine Frage beantworte. Denn seine Frage ist für mich nicht eindeutig.

"kann" hat vier Definitionen:

1. fähig sein etwas zu tun
2. dürfen
3. sollen
4. das tun selbst

Wenn ich jetzt die Frage des Gastes jeweils mit den 4 Definitonen ersetze, kommen folgende Fragen zusammen:

1. "Ist man fähig die Heizung aus zu machen?"

Davon abgesehen, dass ich nicht weiß wer "man" ist, könnte ich diese Frage - bezogen auf mich - mit einem ja beantworten. Ich bin fähig die Heizung auszumachen. Ob er oder andere fähig sind, kann ich nicht beantworten.

2. "Darf man die Heizung ausmachen?"
Auch hier gilt, dass ich nicht weiß wer "man" ist?
Die möglichen Antworten wären: "Ja, ma darf!" oder "Nein, man darf nicht!"

3. "Soll man die Heizung ausmachen?"
Die mögliche Antwort wäre: "Warum sollte man? Welchen Grund gäbe es dafür?"

4. "Tun man die Heizung ausmachen?"Hört sich blöd an, gell? Ich weiß.
Die Frage könnte sich auch so anhören:
"Tun Sie die Heizung ausmachen?" oder auch
"Machen Sie die Heizung aus?"

Eine mögliche Antwort hier wäre: "Ja!" oder "Warum?" oder ganz einfach "Nein!"

Jetzt frage ich mich allen Ernstes was ihm diese Antworten helfen würden?
Aber was genau wollte mir der Gast denn sagen? Um was genau geht es ihm?

Wir Menschen sagen oder fragen irgend etwas und *hoffen* darauf, dass der andere das Gesagte oder meine Frage schon richtig verstehen wird. Reagiert der Andere jedoch nicht so wie ich es gewohnt bin, vermutet habe, mir vorgestellt oder gewünscht habe, dann kann dies zu einem Konflikt führen. Dann ist der andere "schuld" und wir beschuldigen ihn mit Aussagen wie:"Ja, willst du mich nicht verstehen?", "Rede ich chinesisch", "Du schon wieder", ...

Dass das jedoch an uns selbst liegt, darauf kommen wir gar nicht Wie denn auch, wir wissen ja was wir sagen oder fragen. Wir kommen nicht auf die Idee unsere Frage so zu stellen, dass der andere erkennt um was es uns denn genau geht?

Und wie genau hätte jetzt der Gast sein Anliegen vorbringen können?

Ganz einfach. Indem er beschreibt um was es ihm genau geht. Was hat er gesehen, gehört oder was empfangen seine Sensoren.

Und wie sieht das genau aus? 


"Sie, da hinten um Bus ist es sehr warm. Und aus den Lüftungsschlitzen kommt auch warme Luft. Ist vielleicht die Heizung an? Wenn ja, können Sie diese bitte ausmachen?"

Jetzt, und nur jetzt kann ich wissen um was es dem Gast geht? Und jetzt kann ich ihm antworten, dass die Klimaanlage defekt ist. Und sie heizt anstatt zu kühlen! Und deshalb habe ich diese ausgeschatet. Also, kann man die Heizung gar nicht ausmachen!"

Es ist schon bemerkenswert wie tagein tagaus Menschen miteinander kommunizieren und es trotzdem so gut funktioniert. Tut es das wirklich?

(c) georg mouratidis


Donnerstag, 27. März 2014

Jetzt reden wir KINDER!

Bei meinem letzten Seminar in der Paracelsusschule in Heilbronn hatte ich ein junges Mädchen von 16 Jahren als Teilnehmer.

Da in meinem Seminar mit den eigenen Problemen/Situationen gearbeitet wird, hat dieses junge Mädchen "natürlich" mit ihren Problemen aus der Schule gesprochen.

Irgend wie war ich verwundert, denn diese Probleme kannte ich doch bereits. Exakt die gleichen. Doch, wenn ich mit den Zuständigen (Referenten, Lehrer, Rektoren) spreche, heisst das immer das seien nur Einzelfälle.

Ein anderer erwachsener Teilnehmer bestätigte auch diese Probleme (da er zwei Kinder in der Schule hat ) und brachte mich auf die Idee dieses "Problem" erneut anzugehen.

Also ist meine Idee solche Situationen von der Schülern (Kinder wie Jugendliche) zu sammeln und diese Geschichten zu veröffentlichen. ich möchte diesen Kindern/Jugendlichen die Möglichkeit geben sich Gehör zu verschaffen. Sich zu mindest aussprechen und sich sicher sein, dass zu mindest EINER ihnen zuhört und ihre Geschichten "ernst" nimmt.

Also machte ich mich heute wieder auf den Weg. Ging ins Starbucks im Leocenter, nahm meinen Mut zusammen und habe zwei Jungs (15 und 16 Jahre) angesprochen. Mir war wichtig IHRE Version zu hören.

Interessanterweise erzählten sie mir von nahezu exakt den gleichen Problemen mit den Lehrern wie mein junger Seminarteilnehmer. Ich erzählte ihm, dass die Lehrer und Referenten und Schülezuständige von "Einzelfällen" sprechen. Die jungen Männer haben gelacht.

Ich habe sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnten mir ihre Geschichte aufzuschreiben und sie mir für eine "Veröffentlichung" zu geben? Weiter habe ich gesagt, dass mir es sehr wichtig ist, dass die Eltern natürlich informiert werden "müssen", da ich ohne deren Zusage so etwa snicht machen darf. Sie stimmten mir zu, haben sich bereit erklärt mir ihre Geschichten aufzuschreiben, ihren Eltern darüber zu informieren und mir wieder Bescheid zu geben.

Ich habe sie weiter gefragt, was sie denn über mich denken. So ein Fremder der da herkommt und einfach "wildfremde" Jugendliche anspricht?

Die Antwort der Jugendlichen war:"Ich finde das toll, dass sich mal ein Erwachsener sich auch für uns interessiert!"

WIr sind nun so verblieben, dass sie sich wieder bei mir melden.

Ich suche natürlich in diesem Zusammenhang Schüler die bereit sind mir über ihre Situation in der Schule zu berichten. Mir ihre Geschichte schicken mit der Erlaubnis Ihrer Eltern natürlich, da ich keine Probleme haben möchte.

Vllt. liest das hier jemand der selber Schulkinder hat oder jemanden kennt der Schulkinder hat und bereit ist sie dazu zu motivieren mich anzuschreiben, damit ihre Stimme Gehör findet!!!

Also, wer mag mich hierbei unterstützen?

Hier eine Geschichte die ich erlebt habe: Von den Eltern und Lehrern vergessen?

(c) georg mouratidis