Samstag, 30. April 2011

Eins mit Dir sein!

ICH möchte
... deinen Geruch wahrnehmen
... deinen Geschmack auf meiner Zunge schmecken
... deine Liebe umarmen
... deine Leidenschaft spüren
... deine Sehnsüchte erahnen
... deine Träume mit Dir träumen
... deine Ängste wahrnehmen
... deinen Tag mit Dir erleben
... deine Nacht zum Ruhen nutzen
... deinen Körper, um meinen zu bedecken
... deine Seele mit meiner verbinden
... eins mit dir sein
... und doch möchte ich dass du du bist, und ich ich


-georg mouratidis-
Wärst du an meiner Stelle, würdest du anders denken. (Tu si hic sis, aliter sentias) - Terenz -

Freitag, 29. April 2011

Das Gefühl ist es, das den Menschen zum Denken anregt, und nicht das Denken, das ihn zum Fühlen anregt. - George Bernard Shaw -

Donnerstag, 28. April 2011

Unser Denken macht die Dinge so, wie sie uns erscheinen. - William Shakespeare -

Mittwoch, 27. April 2011

Manche Menschen würden eher sterben als nachdenken - und sie tun es auch. - Bertrand Russel -

Dienstag, 26. April 2011

Wort, Gedanke, Emotion, Gefühl. Was ist als erstes da?

Hi Georg,
Du bringst einen interessanten Gedanken ein – nämlich dass vor jedem gesprochenen Wort ein Gedanke steht.
Hmm, da bin ich mir unsicher. Ist es vielleicht eher so, daß erst einmal ein Gefühl da ist und der “Denker” in uns auf die Worte zurück greift, die er bislang nutzte, um auf das Gefühl zu “re”agieren?
Mal schauen, was Deine Sicht dazu ist ;-)
Schöne Ostertage noch
Evelyn


Diese Frage hat mir Evelyn in Ihrem Blog gestellt. Hier meine Antwort dazu:

Hallo Evelyn,

Du forderst mich ganz schön heraus. Das sage ich mit Freude. Mit sehr großer Freude sogar.

Nun, zu Deiner Frage.

Zugegeben, das Wort "Gedanke" ist etwas zu wenig ausgeführt um hier klarzumachen was ich sagen möchte. Ich habe das Wort "Gedanken" benutzt um eine Brücke zu Deinem Wort "gedankenlos" zu schaffen. Ich ging davon aus, dass Du selber genau weißt was du mit "gedankenlos" ausdrücken möchtest. Ich verstehe jedoch Deine Frage. Ich werde jetzt einfach schreiben was mir dazu einfällt. Bringe es bitte für dich in die "richtige" Reihenfolge.

Nenne es wie du möchtest. Gefühl oder Erinnerungen. Und hier sind wir nicht so weit auseinander. Ich nenne es "Konditionen", "Erfahrung", "meine persönliche Vitae", "meine Wertevorstellung", "Eriehung", "Dogmen", "Angst", "Sicherheitsbestreben", "Glaubenssätze", u.s.w. Dies alles wurde von unserem "Gehirn", von mir aus auch "Geist" - ich bevorzuge jedoch das Wort Gehirn - in unseren Nervenzellen gespeichert.

Und auf diese Erfahrung greifen wir zu. IMMER. Bewusst und auch unbewusst. Wahrscheinlich eher ins Unterbeusste als ins Bewusste. Denn wie käme ein Asdruck von "Scheiß Ausländer" aus meinem Munde wenn es solche oder ähnliche "Gedanken", "Erfahrungen" sich nicht in mein Gehirn eingebrannt haben. Wie käme ein Ausdruck von "ich liebe dich" aus meinem Munde wenn sich das nicht in meinem Gegirn eingebrannt hat/hätte. Und da wir im Fall "ich liebe dich" auf unseren unbewussten Fundus greifen, denken wir, wir wären gedankenlos. Doch das ist mit Nichten gedankenlos. Es geschieht unbewusst. Mir unbewusst. Dass dahinter ein riesen Prozess stattfindet das streite ich nicht ab. Nein, ich unterstreiche diese Aussage sogar. Eben hinter verschlossenen Türen meines Gehirns. Ausserhalb des Zugriffs meines Intellektes. Meines Bewusstseins.

Du sprichst von Gefühlen.
Wie entsteht ein Gefühl? Ich möchte es jetzt nicht auf die biologische Ebene bringen. Denn dann würde ich dir sagen, dass ein Gefühl ein Nebenprodukt des Emotions-Prozesses ist. Das würde jedoch zu weit führen.

Ein Gefühl entsteht durch eine Erwartungshaltung in einer bestimmten Situation. Ein Gefühl entsteht dadurch wie ich eine Situation "bewerte". Wie ich meine Wertevorstellungen erfüllt sehe, oder nicht erfüllt sehe. So ist es auch möglich einer "Emotion", einem "echten Gefühl" auch ein Wort zuzuordnen. Doch niemals einem Wort ein Gefühl. Und hier setze ich an, was das gesprochene Wort betrifft. Erst unsere jahrelange Erfahrung, Entwicklung hat uns dazu *genötigt* eine Sprache, im Sinne des gesprochenen Wortes, zu entwickeln.

Denn der Vorteil dadurch war; sich mit anderen auszutauschen, dem anderen nahezubringen was ich ausdrücken möchte. Damit "mein rot" auch als "rot"
beim anderen ankommt. Von mir aus kommt es beim anderen als "sein blau" an. Weil er vorher schon diesem Zustand das Attribut "blau" verlieh.

Doch hier gehen wir eine Vereinbarung ein: Wenn wir diesen Zustand, dieses Etwas, dieses Ding meinen, dann einigen wir uns auf das Wort "ro(tb)lau" ;-)

"Ich Tarzan, du Jane". Jeder von den Beiden wusste ganz genau wer er ist. Dafür brauchte es kein gesprochenes Wort. Doch das war z.B. nötig, um Tarzan herbei zu rufen wenn Jane in Gefahr war. Wenn Jane in Gefahr war, weil ein Löwe nun vor ihr stand. So half es ihr nicht, einfach an Tarzan zu denken. Sie weiß ja was sie mit dem "Etwas" - was beide Tarzan nannten - verband. Woher weiß sie das aber? Na, weil es so *gesprochen* wurde, und weil eine Zuordnung stattfand. "ICH Tarzan, DU Jane". Schreit sie jetzt nach Hilfe, in dem sie das Wort benutzt welches ausgemacht war, dann ist das nicht gedankenlos. Das ist sehr bedacht gewählt. Vllt. in diesem Fall unbewusst. Sie hat keine Zeit "bewusst" sich darüber Gedanken zu machen. Das würde vllt. zuuu lange dauern und der Löwe hätte eine schöne Mahlzeit.

Deswegen bin ich der Ansicht, dass jedem "gesprochenem, und natürlich auch dem geschriebenem" Wort IMMER ein Gedanke - ein Zugriff auf unseren inneren Fundus - vorausgeht.

Zum Schluss noch ein anderes Beispiel: "Wenn ich denke, dass es so etwas wie "eine gute Hausfrau" gibt, dann werde ich das auch so sagen". Wenn ich an so was wie "Minderheiten" denke/glaube, dann werde ich behinderte Menschen als "Minderheiten" ansehen. Wenn ich "denke" dass jemand der sein Zimmer nicht aufräumt eine "faule Drecksau" ist, dann werde ich diese Worte auch benutzen. Sagen. Weil ich eine "Zuordnung" mache. Und diese Kombination brennt sich in meinen "Gedanken" ein. Doch wenn ich all das nicht denke, dann werde ich es auch nicht sagen, nicht aussprechen können, weil ich nicht so über andere DENKE.

Ich habe mich mit meiner behinderten Tochter austauschen können. Obwohl sie nicht sprechen kann. Doch sie - ihr Gehirn, ihr Inneres, ihr Geist - konnte auf ihren "Fundus" zurückgreifen und wusste: "Das was vor mir steht,  tut mir gut". Was aber sie genau mit gut meinte, dass bleibt mir verborgen. Biologisch, wurde der Prozess der in ihrem Körper ablief, von ihrem "Gehirn" als anNehmbare Emotion abgespeichert. Und sie hat für sich diesem "Etwas" einen Laut zugeordnet, erfunden, entwickelt, mir ihre "Freude" zu zeigen. Ich dafür, habe ihre Reaktion in meinem "Inneren" als "meine Freude" abgespeichert.

So haben wir eine *mutual agreement" gefunden, wie wir unsere "Freude" dem anderen zeigen konnten. Sie hat auch einen Laut entwickelt der mir signalisierte, dass da ein Prozess abläuft den sie nicht annehmen möchte/kann/will.

Beide Zustände konnte sie mir auch ohne Laute zeigen. Nämlich durch ihre Mimik. Es bedarf also kein einziges "gesprochenes" Wort um etwas auszudrücken.

puuh, jetzt bin ich gespannt. Konntest Du folgen?

EMPATHIE geschieht auch ohne ein einziges Wort auszusprechen. Es ist die innere Haltung, die das möglich macht. Und diese innere Haltung wird *trotzdem* von unserem Gehirn gesteurt. Ja, das ist meine Meinung.


Grüßle Georg

PS: Ich könnte jetzt auch fragen: "Was genau meinst du mit gedankenlos?" *zwinker*


-gm-
Der Mensch denkt - der Mitmensch denkt mit. - Werner Mitsch -

Montag, 25. April 2011

Warum heißt es "Gewaltfreie-Kommunikation"?

Zum Buch “Gewaltfreie Kommunikation”: Dieses Buch kennen wir beide – und nutzen es, mal mehr und mal weniger. Was mir allerdings nachwievor daran NICHT gefällt, ist der Titel. Denn eigentlich müßte es doch heißen “Emotionale Kommunikation”. Mich stört das Wort “Gewalt”freie, denn da steckt Gewalt drin, das, was der Autor verhindern möchte mit seiner Sicht der Kommunikation.

Was meinst Du dazu?
VG Evelyn

Diese  Frage stellte mir Evelyn in ihrem Blog. Ich habe von Ihr die Erlaubnis erhalten dies auch hier in meinen Blog zu veröffentlichen. 

Hier meine Antwort an sie:

Was den Titel “Gewaltfreie Kommunikation” betrifft, so möchte ich dir Folgendes antworten:

2006 war ich mit meiner damaligen Freundin in Kroatien. Wir gingen in die Stadt und sind in einen Kaufhauszentrum gelandet. Dort gab es unter Anderem auch Lebensmittel. Diese Lebensmittel sahen *dreckig* aus, weil an manchen noch Erde war, sie sahen *ekelig* aus weil die Bananen ein wenig braun aussahen. Es waren jedoch nicht die Bananen die wir hier in Deutschland kennen. Ich schaute mir das an und sagte: “Das dürften die in Deutschland gar nicht verkaufen, so wie es aussieht!”. Eben, so wie es aussieht. Wir haben uns trotzdem etwas gekauft. Und soll ich dir was verraten. Es schmeckte wundervoll süß. Und die Erde konnte ganz leicht von den anderen Lebensmittel abgewaschen werden.

Würde es emotionale Kommunikation heißen, dann würde es nicht so *drastisch, bildlich* dargestellt werden, dass unsere Kommunikation *gewalltvoll* IST. Denn was hat sie zum Ziel, wenn wir andere *unterdrücken*, *drohen*, *bestrafen*, *zum Gehorsam zwingen*, sie nicht *respektieren*.

Emotionen haben kein Motiv jemanden zu *(be)herrschen* noch sich (be)herrschen zu lassen. Es ist ein Prozess des Körpers, der etwas *Angenehmes* erhalten möchte, oder etwas *unAngenehmes* ins Angenehme zu wandeln. Gewalt ist nicht Emotion. Es würde NIEMALS das ausdrücken was Marshall ausdrücken wollte. Nämlich, ganz einfach: "Unsere Sprache und unsere Gedanken beinhalten *GEWALT*. Ganz einfach “GEWALT”. Und ich möchte diese Gewalt in unserer Sprache *mindern*, *verringern*.". Ich findes es sehr schön, dass es “Gewaltfreie Kommunikation* heißt. Macht es mir jeden Tag deutlich wie gewaltvoll unsere Kommunikation *tatsächlich* ist. Es wird nicht anders, selbst wenn ich es anders benenne.

Und noch ein Gedanke: “Lass dich nicht durch das Äußere, hier das Wort Gewalt, beirren. So wie die Lebensmittel in Kroatien, kommt es auf den Inhalt an. WETTEN?! Und für mich sind es die 4 Schritte die mich dann zu einer *inneren* Haltung verhelfen.

Grüßle Georg

Es kommt wohl auf den Standpunkt an! ;-)

-gm-
Das menschliche Gemüt ist seine Wirkungsstätte, und es macht einen Himmel aus der Hölle, eine Hölle aus dem Himmel. - John Milton -

Sonntag, 24. April 2011

Jiddu Krishnamurti spricht über die Liebe

"Das Verlangen, in den persönlichen Beziehungen sicher zu sein, erzeugt unvermeidlich Leid und Furcht. Dieses Suchen nach Sicherheit fordert die Unsicherheit heraus. Hast Du in irgendeiner Deiner Beziehungen jemals Sicherheit gefunden? Hast Du das? Wenn wir lieben und geliebt werden, wünschen sich die meisten von uns Sicherheit in dieser Liebe. Aber ist das Liebe, wenn jeder seine eigene Sicherheit, seinen eigenen Weg sucht? Wir werden nicht geliebt, weil wir nicht zu lieben wissen. Was ist Liebe? Das Wort ist so belastet und verfälscht, dass ich es ungern gebrauche. Jedermann spricht von Liebe - jedes Magazin, jede Zeitung und jeder Missionar spricht unaufhörlich von Liebe. Ich liebe mein Heimatland, ich liebe meinen König, ich liebe irgendwelche Bücher, ich liebe diesen Berg, ich liebe das Vergnügen, ich liebe meine Frau, ich liebe Gott. Ist Liebe eine Idee? Wenn sie es ist, dann kann sie kultiviert, gehegt und gepflegt, herum gestoßen und verunstaltet werden, ganz nach Deinem Belieben. Wenn Du sagst, Du liebst Gott, was bedeutet das? Es bedeutet, dass Du die Projektion Deiner eigenen Vorstellung liebst, eine Projektion Deiner selbst, die in konventionelle Formen gekleidet dem entspricht, was Du für edel und heilig hältst. Darum ist es absoluter Unsinn zu sagen, 'Ich liebe Gott.' Wenn Du Gott anbetest, betest Du Dich selbst an - und das ist keine Liebe.

Da wir uns über diese menschliche Regung, die wir Liebe nennen, nicht klar werden können, flüchten wir in abstrakte Begriffe. Liebe mag die endgültige Lösung aller menschlichen Schwierigkeiten, Probleme und Qualen sein - wie werden wir also herausfinden, was Liebe ist? Durch bloßes Definieren? Die Kirche hat die Liebe auf ihre Art definiert, die Gesellschaft auf eine andere, und es gibt Abweichungen und Entstellungen jeder Art. Jemanden verehren, mit jemandem schlafen, Gefühlsaustausch, Kameradschaft - ist es das, was wir unter Liebe verstehen? Das ist zur Norm, zur Schablone geworden und ist so überaus persönlich, sinnenhaft und begrenzt, dass die Religionen erklärt haben, dass wirkliche Liebe weit darüber hinaus geht. In der menschlichen Liebe sehen sie Sinnenlust, Wettstreit, Eifersucht, den Wunsch zu besitzen, festzuhalten, zu herrschen, sich in das Denken anderer einzumischen, und da sie um die Komplexität dieser Dinge wissen, sagen sie, dass es eine andere Art der Liebe geben muss, eine göttliche, schöne, unversehrte, unverdorbene. Überall in der Welt haben die sogenannten Heiligen behauptet, dass es unheilvoll sei, eine Frau anzusehen; sie sagen, dass man Gott nicht näher kommen könne, wenn man der Sexualität fröne. Daher stoßen sie sie beiseite, obgleich sie sich danach verzehren. Indem sie aber die Sexualität verneinen, ist es gerade so, als ob sie sich die Augen ausstächen und die Zunge ausrissen; denn sie verneinen die ganze Schönheit der Erde. Sie haben Herz und Geist verkümmern lassen, sie sind ausgetrocknete menschliche Wesen, sie haben die Schönheit verbannt, weil die Schönheit mit dem Weiblichen verbunden ist. Kann Liebe in eine heilige und eine profane, in menschliche und göttliche eingeteilt werden, oder gibt es nur Liebe? Gehört Liebe dem einen und nicht den vielen? Wenn ich sage, 'Ich liebe Dich', schließt das die Liebe zu den anderen aus? Ist die Liebe persönlich oder unpersönlich, moralisch oder unmoralisch ? Kann es Liebe nur im Rahmen des Familienkreises geben oder auch außerhalb ? Wenn Du die Menschheit liebst, kannst Du dann den einzelnen lieben?

Ist Liebe Sentimentalität? Ist Liebe Gefühlsregung ? Ist Liebe Lust und Verlangen? Alle diese Fragen zeigen doch wohl, dass wir über die Liebe bestimmte Vorstellungen haben, was sie sein sollte oder nicht sein sollte, ein Modell oder einen Kodex, entwickelt durch die Kultur, in der wir leben. Um nun in die Frage einzudringen, was Liebe ist, müssen wir sie zunächst von der jahrhundertealten Kruste befreien und alle Ideale und Ideologien darüber, was sie sein sollte oder nicht sein sollte, beiseite tun. Etwas aufzuteilen in das, was sein sollte und in das was ist, ist der trügerischste Weg, sich mit dem Leben zu befassen. Wie kann ich nun herausfinden, was diese Flamme ist, die wir Liebe nennen - nicht wie sie einem anderen zu erklären ist, sondern was sie an sich bedeutet? Ich werde zunächst ausscheiden, was die Kirche, was die Gesellschaft, was meine Eltern und Freunde, was jeder einzelne und jedes Buch darüber gesagt haben, weil ich selbst herausfinden möchte, was sie ist. Hier liegt ein gewaltiges Problem, das die ganze Menschheit umfasst. Es hat tausend Arten gegeben, sie zu definieren, und ich bin selbst in irgendeine dieser Schablonen eingefangen, je nach dem, was mir im Augenblick gefällt oder woran ich mich erfreue. Sollte ich mich daher nicht, um die Liebe zu verstehen, zuerst von meinen eigenen Neigungen und Vorurteilen befreien? Ich bin verwirrt, durch meine eigenen Wünsche zersplittert; darum sage ich mir, 'Beseitige zunächst Deine eigene Verwirrung. Vielleicht gelingt es Dir, die Liebe durch das zu finden, was sie nicht ist.' Die Regierung sagt, 'Gehe hin und töte aus Liebe zu Deinem Vaterland.' Ist das Liebe? Die Religion sagt, 'Gib die Sexualität aus Liebe zu Gott auf.' Ist das Liebe? Ist Liebe Begehren? Sage nicht nein. Für die meisten von uns ist es so - das Begehren nach Sinnenlust, der Genuss, der durch die Sinne, durch sexuelle Bindung und Erfüllung erlangt wird. Ich bin nicht gegen Sexualität, sehe aber, was sie in sich birgt. Was Sexualität Dir vorübergehend schenkt, ist die völlige Preisgabe Deiner selbst, dann aber fällst Du zurück in Deine Unruhe und wünscht eine ständige Wiederholung jenes Zustandes, in dem es keinen Kummer, kein Problem, kein Selbst gibt. Du sagst, dass Du Deine Frau liebst. In dieser Liebe ist sexuelle Lust enthalten, das angenehme Gefühl, jemanden im Hause zu haben, der nach Deinen Kindern sieht, der kocht. Du bist von ihr abhängig; sie hat Dir ihren Körper gegeben, ihre Gefühle, hat Dich angespornt und Dir ein gewisses Gefühl der Sicherheit und des Wohlseins vermittelt. Dann wendet sie sich von Dir ab. Sie langweilt sich oder geht mit einem anderen davon. Damit ist es um Deine Gemütsruhe geschehen und diese Störung, die Du nicht magst, wird Eifersucht genannt. Darin liegt Leid, Angst, Hass und Gewalttätigkeit. In Wirklichkeit meinst Du, 'Solange Du mir gehörst, liebe ich Dich, aber in dem Augenblick, da Du mir nicht mehr gehörst, beginne ich Dich zu hassen. Solange ich mich darauf verlassen kann, dass Du meine sexuellen oder anderen Wünsche erfüllst, liebe ich Dich; aber in dem Augenblick, da Du aufhörst, meine Wünsche zu befriedigen, mag ich Dich nicht mehr.' So kommt es zur Feindschaft zwischen Dir, zur Trennung, und in diesem Zustand gibt es keine Liebe mehr. Aber wenn Du mit Deiner Frau leben kannst, ohne dass das Denken alle diese widersprüchlichen Zustände, diese endlosen Streitereien in Dir hervorruft, dann vielleicht - vielleicht – wirst Du wissen, was Liebe ist. Dann bist Du völlig ungebunden, und Deine Frau ist es auch. Wenn Du jedoch durch das Verlangen nach den Freuden des Daseins von ihr abhängig wirst, bist Du ihr Sklave.

Wenn man liebt, muss Freiheit da sein, nicht nur von dem anderen, sondern auch von sich selbst. Einem anderen anzugehören, von einem anderen seelisch gestützt zu werden, von einem anderen abhängig zu sein - dadurch entsteht innere Unruhe, Furcht, Eifersucht, Schuldgefühl. Und solange Furcht da ist, gibt es keine Liebe. Ein Mensch, der von Kummer geplagt wird, kann niemals wissen, was Liebe ist. Sentimentalität und Gefüblsüberschwang haben nichts mit Liebe zu tun. Und so ist Liebe mehr als nur Vergnügen und Begehren. Liebe ist nicht die Frucht der Gedanken, die immer aus dem Vergangenen kommen. Aus dem Denken kann sich unmöglich Liebe entwickeln. Liebe wird nicht durch Eifersucht eingeengt und eingefangen, denn auch Eifersucht hängt mit dem Vergangenen zusammen. Liebe ist immer lebendige Gegenwart. Sie ist nicht 'Ich will lieben' oder 'Ich habe geliebt.'

Wenn Du die Liebe kennst, wirst Du niemandem folgen; Liebe gehorcht nicht. Wenn Du liebst, gibt es weder Wertschätzung noch Geringschätzung. Weißt Du nicht, was es wirklich bedeutet, jemanden zu lieben ohne Hass zu lieben, ohne Eifersucht, ohne Arger, ohne den Wunsch, sich in das, was der andere tut oder denkt, einzumischen, ohne zu urteilen, ohne zu vergleichen – weißt Du nicht, was das bedeutet?

Stellt man Vergleiche an, wenn man liebt? Wenn Du jemanden von ganzem Herzen liebst, mit allen Kräften des Geistes und des Körpers, mit Deinem ganzen Wesen - gibt es da noch ein Vergleichen? Wenn Du Dich dieser Liebe völlig hingibst, gibt es nichts anderes. Kennt Liebe das Gefühl der Verantwortung und der Pflicht und wird sie diese Worte gebrauchen? Wenn Du etwas aus Pflicht tust, liegt darin noch Liebe? In der Pflicht gibt es keine Liebe. Der Begriff der Pflicht, der den Menschen gefangen hält, zerstört ihn.

Solange Du gezwungen bist, etwas zu tun, weil es Deine Pflicht ist, liebst Du das nicht, was Du tust. Wo Liebe ist, gibt es kein Gefühl der Pflicht und der Verantwortung. Die meisten Eltern glauben bedauerlicherweise, dass sie für ihre Kinder verantwortlich sind und ihr Verantwortungsgefühl besteht darin, den Kindern zu sagen, was sie tun sollen und was sie nicht tun sollen, was sie werden sollen und was sie nicht werden sollen. Die Eltern wünschen, dass ihre Kinder eine gesicherte Stellung in der Gesellschaft erlangen. Was sie Verantwortung nennen, ist Teil der Konvention, die sie anbeten; und es scheint mir, dass dort, wo konventionelle Regeln bestehen, Unordnung herrscht; sie sind nur daran interessiert, perfekte Bürger zu werden. Wenn sie ihre Kinder abrichten, sich in die Gesellschaft einzufügen, verewigen sie Krieg, Konflikt und Brutalität. Nennst Du das Obhut und Liebe?

Eine wirkliche Betreuung würde darin bestehen, sich wie um einen Baum oder eine Pflanze zu bemühen, die man bewässert, deren Bedürfnisse man studiert; man sorgt für den besten Boden und kümmert sich um sie mit aller Umsicht und Zartheit. Aber wenn Du Deine Kinder für die Gesellschaft abrichtest bereitest Du sie dafür vor, getötet zu werden. Wenn Du Deine Kinder liebst, würdest du keinen Krieg haben. Wenn Du jemanden verlierst, den Du liebst, vergießt Du Tränen - gelten diese Tränen Dir oder dem Toten? Wehklagst Du Deinetwillen oder beklagst Du den den anderen ? Hast Du je um einen anderen geweint? Hast Du um Deinen Sohn, der im Krieg getötet wurde, geweint? Du hast geweint, aber kommen solche Tränen nicht aus dem Mitleid, das Du mit Dir selber hast? Oder hast Du geweint, weil ein Mensch getötet worden ist? Wenn Du aus Selbstbemitleidung aufschreist, haben Deine Tränen keine Bedeutung, weil Du nur mit Dir selbst beschäftigt bist. Wenn Du jammerst, weil Du eines Menschen beraubt wurdest, in den Du sehr viel Zuneigung investiert hattest, war das keine wirkliche Zuneigung. Wenn Du um Deinen Bruder weinst, der stirbt, dann solltest Du es um seinetwillen tun. Es ist sehr leicht, um sich selbst zu wehklagen, weil der andere gestorben ist. Augenscheinlich weinst Du, weil Dein Herz getroffen wurde, aber es ist nicht seinetwillen bewegt, sondern weil Du Dir selbst leid tust. Selbstbemitleidung aber macht Dich hart, engt Dich ein, macht Dich träge und stumpf. Wenn Du um Dich selbst weinst, wenn Du wehklagst, weil Du einsam bist, weil Du verlassen wurdest, weil Du keinen Einfluss mehr hast, wenn Du über Dein Schicksal und Deine Umwelt klagst und immer um Dich selbst Tränen vergießt - ist das Liebe? Wenn Du das verstehst, das heißt, wenn Du damit unmittelbar in Kontakt kommst, wie wenn Du einen Baum oder eine Säule oder eine Hand berührst, dann wirst Du einsehen, dass das Leid selbst erzeugt ist, dass das Leid durch das Denken geschaffen wird, dass das Leid das Ergebnis der Zeit ist.

Vor drei Jahren hatte ich noch meinen Bruder, nun ist er tot, nun bin ich einsam und voller Kummer, niemand ist da, bei dem ich Trost oder Kameradschaft suchen kann, und das füllt meine Augen mit Tränen. Wenn Du darauf acht gibst, kannst Du sie sehen, wie das alles in Dir vor sich geht. Du kannst es mit einem Blick in seiner ganzen Bedeutung wahrnehmen, ohne durch Analyse Zeit zu verschwenden. In einem Augenblick kannst Du das gesamte Gefüge und Wesen dieses belanglosen kleinen Dinges sehen, das wir das 'Ich' nennen - meine Tränen, meine Familie, meine Nation, mein Glaube, meine Religion, dieses Hässliche, es liegt alles in Dir. Wenn Du es mit Deinem Herzen siehst, nicht mit Deinem Verstand, wenn Du es aus der Tiefe Deines Herzens erkennst, dann hast Du den Schlüssel zur Beendigung des Leides. Leid und Liebe können nicht zusammen gehen. Aber in der christlichen Welt haben sie das Leid idealisiert, haben ihm im Kreuz Gestalt gegeben, es angebetet und deutlich gemacht, dass Du niemals dem Leid entrinnen kannst, ausgenommen durch dieses eine bestimmte Tor. Das ist die wahre Struktur einer ausbeuterischen religiösen Gesellschaft.

Wenn Du nun fragst, was Liebe ist, magst Du Dich davor fürchten, die Antwort zu finden. Es mag einen völligen Umbruch bedeuten; die Familie mag aufgelöst werden; Du magst entdecken, dass Du Deine Frau oder Deinen Mann oder Deine Kinder gar nicht liebst. Vielleicht musst Du das Haus zerstören, das Du gebaut hast; vielleicht gehst Du niemals wieder in eine Kirche oder einen Tempel.

Aber wenn Du denn doch den Wunsch hast, es herauszufinden, wirst Du erkennen, dass Furcht nicht Liebe ist, dass Abhängigkeit nicht Liebe ist, dass Eifersucht nicht Liebe ist, dass Besitzgier und Herrschsucht mit Liebe nichts zu tun haben, dass Verantwortungs- und Pflichtgefühl keine Liebe sind, dass Selbstbemitleidung keine Liebe ist, dass der Schmerz, nicht geliebt zu werden, keine Liebe ist. Liebe ist nicht das Gegenteil des Hasses, ebensowenig wie Demut der Gegensatz zur Eitelkeit ist. Wenn Du das alles aus Dir entfernen kannst, nicht durch Zwang, sondern indem Du diese Dinge fort spülst, so wie der Regen den Staub vieler Tage von einem Blatt wäscht, dann wirst Du vielleicht zu jener seltsamen Blume hinfinden, nach der der Mensch immer hungert. Wenn Du keine Liebe in Dir hast - nicht nur ein wenig, sondern in Hülle und Fülle -, wenn Du davon nicht erfüllt bist, geht die Welt einer Katastrophe entgegen. Verstandesmäßig ist es Dir klar, dass die Einheit der Menschheit unbedingt notwendig ist und dass die Liebe der einzige Weg ist - aber wer wird es Dich lehren, wie Du lieben sollst? Kann es Dir eine Autorität, eine Methode, ein System sagen, wie zu lieben ist? Wenn es Dir jemand sagt, ist es keine Liebe. Kannst Du Dir vornehmen, Liebe zu üben? Kannst Du sagen, 'Ich will mich Tag für Tag niedersetzen und darüber nachdenken; ich will mich darin üben, freundlich und zartfühlend zu sein, und mich zwingen, den anderen Aufmerksamkeit zu schenken' ? Willst Du behaupten, dass Du Dich zur Liebe erziehen kannst, dass Du den Willen einsetzen kannst, um zu lieben?

Wenn Du Disziplin und Willen gebrauchst, um zu lieben, fliegt die Liebe zum Fenster hinaus. Wenn Du die Liebe nach einer Methode oder einem System praktizierst, magst Du außerordentlich geschickt werden oder freundlicher, oder Du magst in einen Zustand der Gewaltlosigkeit geraten, aber das hat nichts mit Liebe zu tun. In dieser zerrissenen, wüsten Welt gibt es keine Liebe, weil Vergnügen und Begehren die Hauptrollen spielen. Doch ohne Liebe hat Dein Leben keinen Sinn. Und ohne Schönheit ist keine Liebe möglich. Schönheit ist nicht etwas, das Du siehst - nicht ein schöner Baum, ein schönes Bild, ein schönes Gebäude oder eine schöne Frau. Schönheit ist nur vorhanden, wenn Du im tiefsten Herzen weißt, was Liebe ist. Ohne Liebe und ohne das Gefühl für Schönheit gibt es keine Tugend, und Du weißt sehr wohl, dass Du mit all Deinem Tun - die Gesellschaft verbessern, den Armen zu essen geben - nur mehr Unheil schaffen wirst, denn ohne Liebe ist in Deinem Herzen und in Deinem Geist nur Hässlichkeit und Armut. Aber wenn Liebe und Schönheit in Dir wohnt, ist alles, was Du tust richtig, ist alles, was Du tust in Ordnung. Wenn Du zu lieben weißt, dann kannst Du tun, was Du willst, dann werden sich alle Probleme lösen.

So kommen wir zu der Frage: Kann der Mensch zur Liebe gelangen ohne Disziplin, ohne Gedanken, ohne Zwang, ohne irgendein Buch, einen Lehrer, einen Führer - kann er ihr begegnen, so wie man einen lieblichen Sonnenuntergang erlebt?

Ich glaube, dass eines absolut notwendig ist - und das ist Leidenschaft ohne Motiv, eine Leidenschaft, die nicht das Ergebnis irgendeiner Bindung oder Neigung ist, eine Leidenschaft, die nicht Lust ist. Ein Mensch, der nicht weiß, was Leidenschaft ist, wird nie um die Liebe wissen, weil die Liebe sich nur bei völliger Selbstlosigkeit entfalten kann. Ein Mensch, der auf der Suche ist, hat keine Leidenschaft. Der Liebe zu begegnen, ohne sie zu suchen, ist der einzige Weg, sie zu finden; man muss ihr unbeabsichtigt begegnen und nicht durch Anstrengung oder Erfahrung. Du wirst entdecken, daß eine solche Liebe zeitlos ist. Solche Liebe ist sowohl persönlich als auch unpersönlich, Sie gehört dem einen wie den vielen. Sie ist wie eine duftende Blume. Du kannst Ihren Duft wahrnehmen oder an ihr vorübergehen. Diese Blume ist für jeden da und besonders für den einen, der sich die Zeit nimmt, ihren Duft innig einzuatmen und sie mit Entzücken anzuschauen. Ob man ihr im Garten ganz nahe ist oder weit entfernt, für die Blume ist es das gleiche, weil sie voll des Duftes ist und ihn für jeden verströmt.

Liebe ist immer neu, frisch, lebendig. Sie hat kein Gestern und kein Morgen. Sie ist jenseits der gedanklichen Unruhe. Nur der unschuldige Mensch weiß, was Liebe ist, und der unschuldige Mensch kann in einer Welt leben, die ohne Unschuld ist. Dieses Ungewöhnliche, das der Mensch ewig gesucht hat - durch Opfer, durch Anbetung, durch Beziehungen, durch Sexualität, durch jede Art von Lust und Leid, wird er nur finden, wenn es dem Denken gelingt, sich selbst zu verstehen und auf natürlichem Wege zu einem Ende zu kommen. Dann hat die Liebe keinen Gegenspieler, dann ist die Liebe ohne Konflikt. Du magst fragen, ' Wenn ich eine solche Liebe finde, was geschieht dann mit meiner Frau, meinen Kindern, meiner Familie? Diese müssen Sicherheit haben.' Wenn Du eine solche Frage stellst, warst Du nie außerhalb des Gedankenbereichs, des Bewußtseinsraumes. Wenn Du einmal außerhalb dieser Ebene warst, wirst Du niemals wieder eine solche Frage stellen, weil Du dann wissen wirst, was eine Liebe ist, in der es kein Denken und daher keine Zeit gibt. Du magst dieses lesen und fasziniert und entzückt sein. Um aber wirklich über Denken und Zeit hinaus zu gelangen und jenseits des Leides zu sein, bedeutet, sich dessen bewusst zu sein, dass es eine andere Dimension gibt, Liebe genannt. Aber Du weißt nicht, wie Du zu dieser ungewöhnlichen Quelle gelangen kannst - was wirst Du also tun? Wenn Du nicht weißt, was Du tun sollst, dann tust Du doch wohl nichts. Absolut nichts. Dann bist Du innerlich vollkommen still. Verstehst Du, was das bedeutet? Das bedeutet, dass Du nicht suchst, nicht wünscht, kein Ziel verfolgst; es gibt überhaupt kein Zentrum mehr. Dann ist Liebe da.

Wie leicht zerstören wir selbst, was wir lieben! Wie rasch senkt sich die Schranke eines Wortes, einer Geste, eines Lächelns zwischen uns. Unser Befinden, unsere Laune, unsere Begierden werfen ihre Schatten, und schon wird das Strahlende stumpf und lästig. Oder aber wir verbrauchen uns gegenseitig durch die Gewohnheit, bis sich alle Klarheit und Stärke unseres Gefühls in Müdigkeit und Verwirrung auflöst. Die ewigen Reibungen des Alltags, die endlose Folge von Hoffnungen und Enttäuschungen verdunkeln das, was so schön und so einfach war, und verwandeln es in ein böses Schreckgespenst. Alle Beziehungen der Menschen untereinander sind verwickelt und schwierig, es gibt nur wenige, denen dabei eine Wunde erspart bleibt. Wir möchten so gerne bleiben, was wir sind, geduldig und beständig sein, aber unsere Beziehung zu einem anderen Menschen lässt sich eben nicht fixieren, sie ist vielmehr in ständiger Bewegung und Veränderung begriffen. Wir müssen dieser Veränderlichkeit aller Beziehungen in ihrer ganzen Tiefe und Bedeutung innewerden und dürfen uns nicht dazu verleiten lassen, sie in eine innere oder äußere Schablone hinein zu Pressen. Anpassung an die Schablone der Gesellschaft verliert allerdings nur dort ihr Gewicht und ihre lebensformende Bedeutung, wo Liebe mit im Spiele ist. Liebe in der Beziehung zu einem Menschen führt eine innere Reinigung herbei, insofern sie die hintergründigen Tendenzen des Ichs bloßstellt. Fehlt diese Bloßstellung, so hat auch das Verhältnis zum Du nur wenig Bedeutung. Wir aber setzen alles daran, diese Bloßstellung zu verhindern. Unsere Abwehr wählt dazu die verschiedensten Waffen: Gewalt oder Unterwürfigkeit, Furcht oder Hoffnung, Eifersucht oder Gleichgültigkeit und so weiter und so weiter. Die Schwierigkeit besteht darin, dass wir nicht lieben, und wenn wir schon lieben, dann möchten wir immer noch, dass sich die Liebe unseren Wünschen füge. Wir geben ihr keine Freiheit. Die Ursache ist, dass wir mit dem Verstand und nicht mit dem Herzen lieben. Der Verstand kann umdenken, Liebe ist unveränderlich. Der Verstand kann sich unverwundbar machen, Liebe ist und bleibt verletzlich, der Verstand kann sich immer entziehen, unnahbar sein, persönlich oder unpersönlich werden. Liebe duldet keinen Vergleich und keine Abgrenzung. Unser Unglück kommt daher, dass wir Liebe nennen, was in Wirklichkeit aus dem Verstand kommt. Wir füllen unsere Herzen nur mit dem, was uns der Verstand anbietet, darum bleiben diese Herzen tot und leer. Nur der Verstand klammert sich an einen anderen Menschen, ist voller Scheelsucht, hält fest und zerstört.

Der Verstand und die Organe des Körpers beherrschen und gestalten unser Leben. Wir begnügen uns nicht damit, zu lieben und allem anderen seinen Lauf zu lassen, wir fordern vielmehr Gegenliebe, wir geben, um zu empfangen, und das ist eine Art der Freigebigkeit, die aus dem Verstand, nicht aber aus dem Herzen kommt. Der Verstand ist stets auf Sicherheit und Dauer bedacht, kann aber Liebe je durch den Verstand gesichert werden ? Kann der Verstand, der in der Zeit verhaftete, jemals die Liebe in Fesseln schlagen, die ihre Heimat doch im zeitlos Ewigen hat ? Aber selbst die wahre Liebe des Herzens hat noch ihre Tücken, denn unser Herz ist ja schon so verdorben, dass es die Liebe unsicher macht und verwirrt. Das aber ist es, was so viel Schmerz und Mühsal in unser Leben bringt. Heute sind wir überzeugt zu lieben, morgen schon ist alles Glück dahin. Aus unergründlichen Quellen kommt eine geheimnisvolle Macht über uns, die nicht vom Verstande herrührt. Der Verstand aber wendet sich alsbald gegen diese Macht und zerstört sie, denn es scheint, als ob er in diesem Kampf unweigerlich Sieger bliebe. Der Zwiespalt, der dadurch in uns entsteht, kann weder durch den schlauen Verstand noch durch das unsicher zaudernde Herz gelöst werden. Es gibt kein Mittel und keinen Weg, ihn zu beenden, schon die Suche nach einem solchen Mittel entstammt ja dem Begehren des Verstandes, Herr der Lage zu bleiben. Er möchte dem Zwiespalt ein Ende setzen, um zum Frieden und zur Liebe zu gelangen, oder mit anderen Worten, um zu werden, was er nicht ist. Unsere größte Schwierigkeit besteht darin, in vollem Umfang und in tiefster Seele innezuwerden, dass über den Verstand kein Weg zur Liebe führt.

Erst wenn wir uns dieser Einsicht weit erschließen, kann es sein, dass uns etwas zuteil wird, was nicht von dieser Welt ist. Ohne dieses Etwas erblüht uns aus der Beziehung zu einem anderen Menschen kein beständiges Glück, ob wir uns auch noch so darum bemühen. Empfängst du diesen Segen, ich aber empfange ihn nicht, dann entsteht zwischen dir und mir natürlich ein Zwiespalt. Du magst nicht von ihm betroffen sein, ich bin es auf jeden Fall, und in meinem Schmerz darüber schließe ich mich von dir ab. Schmerz macht ja ebenso unnahbar wie Freude, und meine Beziehung zu dir ist Schmerz, bis jene Liebe über mich kommt, die ich niemals selbst erwecken kann. Wenn du dieses Segens teilhaftig geworden bist, dann musst du mich lieben, wie immer ich sein mag, es käme dir niemals in den Sinn, deine Liebe etwa nach meinem Verhalten einzurichten. Was immer der Verstand dagegen unternimmt, das Du und das Ich bleiben getrennt, wenn sie auch in manchen Dingen enge Fühlung halten. Unser Einswerden vollzieht sich ja nicht zwischen dir und mir, sondern ganz und gar in mir selbst. Dieses Einswerden kann niemals ein Werk des Verstandes sein, es vollzieht sich im Gegenteil nur, wenn der Verstand mit seinen Künsten zu Ende ist und ganz still wird. Dann nur ist die Beziehung zweier Menschen frei von Schmerz."

Aus den Reden aus 'Freedom from the Known'. Ausgewählt und zusammengestellt durch Mary Lutyens 1969
Er gab sein Bestes: Er gab zu denken. - Werner Mitsch -

Samstag, 23. April 2011

Heute ist GEORGios-Tag (mein Namenstag)

Georg der Märtyrer

Gedenktag katholisch: 23. April
in der Slowakei: 24. April
Hochfest in England
Fest im Dom in Bamberg, im Bistum Gozo in Malta und im Deutschen Orden
geb. Gedenktag im Bistum Bamberg und Innsbruck und im Bistum Malta

Gedenktag evangelisch: 23. April

Gedenktag anglikanisch: 23. April

Gedenktag orthodox: 23. April
Weihe der Kirche in Lydda: 3. November
Weihe der Kirche in Kiew: 26. November
in Georgien: Martyrium durch Rädern: 10. November

Gedenktag armenisch: 23. April
lit. Feier am 2. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Weihe der Kirche in Lydda: 3. November

Gedenktag koptisch: 18. April
Bau seiner ersten Kirche in Ägypten im Ort Be'r Ma': 28. Mai
Ankunft der Reliquien in seiner Kirche in Alt-Kairo zur Zeit
von Gabriel, dem 88. Patriarchen von Alexandria: 10. Juli
Weihe der Kirche in Lydda: 3. November

Gedenktag syrisch-orthodox: 23. April
Name bedeutet: der Landmann (griech.)

Märtyrer, Nothelfer
* im 3. Jahrhundert in Kappadokien in der Türkei (?)
† 305 (?) in Lod in Israel (?)

Viele Legenden ranken sich um Georg; zwei frühen syrischen Kircheninschriften zufolge starb Georg in Lydda - dem heutigen Lod in Israel - den Märtyrertod. Gleiches besagt auch ein Kanon von Papst Gelasius I. aus dem Jahr 494, der Georg als verehrungswürdige Gestalt erwähnt. Andere Quellen geben Nikomedia - das heutige Ízmit in der Türkei - als Todesort an.

Märtyrerlegenden kennen einmal einen Bischof Georg von Alexandria, Anhänger des Arianismus, der nach zahllosen Martyrien immer wieder vom Erzengel Michael zum Leben erweckt wurde. Andere Legenden berichten von einem Perserkönig Dadian - in späteren Legenden wird er als Richter Dacian vorgestellt, der die Martern Georgs unter Diokletian veranlasste. In einer Vision soll Jesus selbst ihm ein sieben Jahre andauerndes Martyrium vorausgesagt haben, wobei er dreimal sterben und auferstehen werde. Einmal sollen ihm 60 Nägel gleichzeitig in den Kopf geschlagen worden sein.

Besondere Berühmtheit erlangte die Legende vom Kampf des Ritters Georg mit einem Drachen, der in einem See vor der Stadt "Silena in Lybia" - dem heutigen Qabīlat Sīlīn bei Al Khums oder Cyrene - dem heutigen Shahhat in Libyen (?) - hauste und die Stadt mit seinem Gifthauch verpestete. Die Einwohner mussten ihm täglich Lämmer opfern, um seinen Grimm zu stillen. Als keine Tiere mehr aufzutreiben waren, wurden die Söhne und Töchter geopfert. Eines Tages traf das Los die Königstochter - die als Verkörperung der Kirche gelten kann -, die nach Herz zerreißendem Abschied von den Eltern an den See vor der Stadt ging. Da erschien Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt worden war und von den Cherubim mit Michael wieder zum Leben und zu herrlicher Schönheit gebracht worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Er veranlasste die Königstochter, den Drachen mit ihrem Gürtel in die Stadt zu ziehen, wo alle die Flucht ergreifen wollten. Georg versprach, den Drachen zu töten, wenn die Leute sich zu Christus bekehrten. Er erschlug den Drachen, vier Paar Ochsen mussten das gewaltige Gewicht des Drachen aus der Stadt schleppen, der König ließ sich daraufhin mit allem Volk taufen. Diese Schilderung entspricht der Georgsdichtung aus dem 12. Jahrhundert, die die Rolle des Helden betont, der die Kreuzfahrer unterstützt. Hier kommen Demetrius und Theodor als seine Brüder vor, die ihm in einer älteren Überlieferung zur Seite stehen und neben Georg die meistverehrten Heiligen der Ostkirche sind. Hinzuwiesen ist auch auf die Ältesten, in der Georgslegende wieder auftauchenden, Vorstellungen von der heldenhaften Bekämpfung und Befreiung aus der Drachengewalt des Bösen durch ein neues Bewußtsein.

Hier setzt die - auch Ambrosius bekannte - ältere Legende ein, der zufolge Georg erleben musste, wie viele Bekehrte durch die Verfolgungen unter den Kaisern Diokletian und Maximian wieder ungläubig wurden. Er legte sein ritterliches Kleid ab, gab sein Gut den Armen und trat mitten unters Volk mit den Worten: "Alle Heidengötter sind böse Geister, unser Herr aber hat Himmel und Erde erschaffen." Da ließ ihn der Richter Dacian greifen, mit Nägeln blutig reißen und ihm Salz in die Wunden reiben. Im Gefängnis wurde Georg von Christus getröstet und gestärkt. Ein Zauberer sollte ihn mit einem Giftbecher bezwingen, aber Georg machte das Kreuzzeichen über dem Trank und erlitt keinen Schaden, der Zauberer bekehrte sich und wurde enthauptet. Georg wurde aufs Rad geflochten, stieg aber unversehrt herab; auch aus einem Kessel mit siedendem Blei ging er unverletzt hervor. Georg war nun bereit zu tun, was der Richter begehrte. Dieser rief das Volk zusammen, Georg kniete und betete, Feuer fiel vom Himmel und verbrannte Tempel, Götzenbilder und Priester, die Erde aber tat sich auf und verschlang alle Trümmer. Da ließ der Richter Georg von Pferden durch die Stadt schleifen und schließlich enthaupten.

Auf die Reinbot-Dichtung geht die häufige Bezeichnung der Königstochter als "Margarete" zurück, nach ältester Tradition auf die Kaiserin Alexandra bezogen, die nach der Enthauptung von Engeln im Himmel den neuen Namen erhielt. Zusätzlich erzählt die Legenda Aurea, wie Georg in weißer Rüstung den Kreuzrittern vor Jerusalem erschien: von Gott zur Erde zurück geschickt, habe er sie unterstützt, die Sarazenen zu erschlagen und Jerusalem zu erobern. Diese Darstellung bildet die Grundlage der Georgsritter-Bruderschaften.

Georg gehört zu den 14 Nothelfern. Sein Kult und seine Verehrung sind vor allem im Osten verbreitet. Er ist Landespatron von Äthiopien, heißt in der Landessprache Amharisch "Giyorgis"; in der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche wird der 23. Tag jeden Monats nach dem Äthiopischen Kalender "Giyorgis" genannt. In Lydda - dem heutigen Lod in Israel - wurde ihm im 4. Jahrhundert eine Kirche geweiht. Die Weihe der Kirche in Kiew fand 1051 - 1054 statt und wird in der orthodxen Kirche als eigener Gedenktag begangen.

In den Westen kam der Kult durch die Kreuzfahrer; Georg wurde zum Symbol der Ritterlichkeit, besonders in England. Im Jahr 1222 ernannte die Synode von Oxford den Namenstag des Heiligen zum nationalen Feiertag. Er war persönlicher Schutzpatron von Richard Löwenherz und ist Schutzpatron des englischen Königreichs sowie des berühmten Hosenbandordens, obwohl keinerlei historische Bezüge zwischen dem Heiligen und dem angelsächsischen Raum existieren. Schon 896 brachte Bischof Hatto von Mainz den Kopf Georgs auf die Insel Reichenau im Bodensee, wo sie nun in der ihm geweihten Kirche liegen. Das Land Georgien ist nach ihm benannt, die Dardanellen wurden dereinst als "Meerenge des heiligen Georg" bezeichnet. 2005 beschloss der Landtag des österreichischen Bundeslandes Tirol, Georg neben Joseph zum zweiten Landespatron zu erklären.

Der Georgstag war in der Landwirtschaft ein wichtiger Tag: Dienstboten konnten auf diesen Tag wechseln, Zinsen waren an diesem Tag zu bezahlen. Pferde wurden an diesem Tag gesegnet, verbreitet sind noch heute Pferdeumritte. Dort, wo am Georgstag die Sonne aufgeht, ist nach alter Tradition in Mitteleuropa Osten.

Auf Arabisch heißt Georg Al Khader. Im Ort Al Khader bei Betlehem in Palästina ist er der Schutzheilige der palästinensischen Christen, das Drachentöter-Motiv findet sich praktisch über jedem Hauseingang in der Gegend und auch mit einem Standbild im Stadtzentrum von Beit Jala, der Schwesterstadt gleich neben Betlehem. Al Khader wird auch von den Moslems verehrt, für die er als "der Grüne" für Fruchtbarkeit des Landes und der Früchte des Feldes sorgt.

Attribute: Ritter mit Lanze, den Drachen durchbohrend, Patron des englischen Königreichs, des byzantinischen Reiches, von Georgien, Äthiopien, Griechenland, Serbien, Tirol, Aragonien und Katalonien, Genua und Barcelona; von 13 Ritterorden; der Soldaten, Bauern, Reiter, Bergleute, Sattler, Schmiede, Böttcher, Pfadfinder, Artisten, Wanderer, Gefangenen, Spitäler und Siechenhäuser, Pferde und des Viehs; gegen Kriegsgefahren, Versuchungen, Fieber, Pest; für gutes Wetter; Patron des Bistums Limburg, zweiter Patron des Domes in Bamberg

Bauernregeln: 
Ab Georgi dürfen die Felder nicht mehr betreten werden.
"St. Georg kommt nach alten Sitten / auf dem Schimmel angeritten." - er bringt noch einmal Schnee!
"St. Andreas macht das Eis, St. Georg bricht das Eis."
"Kommt St. Georg auf dem Schimmel, / kommt ein gutes Jahr vom Himmel!"
"Sind die Reben an Georgi noch blind, / so freut sich Mann und Kind."
"Auf St. Georgs Güte / stehen alle Bäum in Blüte."
"Zu Georg soll sich's Korn so recken, / dass sich eine Krähe kann verstecken."
"Gewitter am St.-Georgs-Tag / ein kühles Jahr bedeuten mag."
"St. Georgi und St. Marks / dräuen oft viel Arg's."
"Regnet's am Georgitag, / währt noch lang des Segens Plag."
"Vor Georgi trocken, nach Georgi nass."
"Wenn vor Georgi Regen fehlt, / wird man nachher damit gequält."

(Quelle: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienG/Georg_der_Maertyrer.htm) 


~Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. - Marc Aurel -

Freitag, 22. April 2011

Der größte Fehler, den man bei der Erziehung zu begehen pflegt, ist der, dass man die Jugend nicht zum eigenen Nachdenken gewöhnt. - Gotthold Ephraim Lessing -

Donnerstag, 21. April 2011

Άγιο Πάσχα - das griechsiche Osterfest (Pasha)

In Griechenland ist Ostern es eines der wichtigsten Feste im Jahr, zu dem sich die ganze Familie versammelt. Das griechisch-orthodoxe Osterfest findet meist eine Woche später statt als das katholische/protestantische.

Auch heute noch halten viele Griechen die 40-tägige Fastenzeit ein. In dieser Zeit vor Ostern wird weder Fleisch noch Fisch gegessen (dafür große Portionen Obst, Salat und Gemüse). Am Karfreitag darf noch nicht einmal Öl verwendet werden, sondern das Gemüse wird einfach nur in Wasser gegart. Abends geht man in die Kirche. Anschließend wird der "Epitáphios" durch den Ort getragen. Das ist eine Art Bahre, geschmückt mit Blumen und symbolisiert den Sarg Christi.

Die orthodoxen Kirchen werden in Griechenland zu Ostern feierlich mit Blumen geschmückt.

Am Samstag werden die Lämmer für den Sonntagsbraten geschlachtet. Es wird immer noch gefastet, und abends ab ca. 22.00 Uhr geht man wieder in die Kirche.

In der Nacht vor Ostersonntag wird ein besonderes, Heiliges Licht an die Gläubigen weitergegeben. Dieses Licht stammt direkt aus dem Grab Christi in Jerusalem wo es sich wie von Wunderhand jedes Jahr selbst entzündet. Mit einer brennenden Kerze verlässt der orthodoxe Priester das Grab und verteilt das empfangene Licht dann weiter.

Mit dieser Kerze werden andere Kerzen angezündet und um Mitternacht ruft der Pope "christós anésti" (Christus ist auferstanden). Alle rufen ebenfalls "christós anésti", man umarmt und küßt sich. Es werden viele Lieder gesungen. Das berühmteste ist wohl das Lied "Christos Anesti" , was soviel heißt wie "Christus ist auferstanden".








Die Zeremonie in der Kirche dauert oft bis nachts um 3.00 Uhr. Viele Menschen gehen aber bereits vorher - um zu essen. Mit der Kohle einer brennenden Kerze wird ein Kreuz über die Haustür gemalt. Dann folgt die traditionelle Nachtmahlzeit, meistens Magirítsa, eine Ostersuppe aus den Innereien der Lämmer.

Am Sonntag wird das Osterfest gefeiert. Die meisten Griechen fahren hierzu in ihre Geburtsorte, um mit ihren Eltern und Geschwistern zusammenzusein. Über den Dörfern zieht Rauch auf - vor jedem Haus brutzelt ein Lamm am Spieß, dazu gibt es Kokorétsi, kleine Spieße aus Innereien vom Lamm, mit Darm umwickelt. Es wird gegessen, getrunken und getanzt bis spät in die Nacht.
-gm-
Werte sind wie Fingerabdrücke. Keiner hat dieselben, aber Du hinterläßt sie bei allem, was Du tust. - Elvis Presley -

Mittwoch, 20. April 2011

Doch die Idee einer Massenbewegung...

...wird zu einem bloßen Schlagwort, wenn Sie als Individuum und Teil der Masse Ihre wahre Funktion nicht verstehen. [...] Wirklich kollektives Handeln kann nur stattfinden, wenn Sie als Individuum, das ja auch die Masse ist, wach sind und ohne Zwang die volle Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen. [...] Eine fundamentale und beständige Ordnung auf der Welt [...] wenn Sie aufwachen und anfangen, sich aus dem Netz der Illusionen zu befreien, der vielen Illusionen über sich selbst, die Sie sich aus Angst vorgespiegelt haben. Wenn der Geist sich von diesen Hemmnissen befreit, wenn diese tiefe, innere, freiwillige Verwandlung stattfindet, nur dann ist ein echtes, beständiges kollektives Handeln möglich, das nicht erzwungen ist. [...] Wenn Sie nicht zu Ihrer vollen Verantwortung, zu ihrer Erfüllung erwachen, dann muss Ihre Funktion als Mensch in der Gesellschaft enttäuschend, begrenzt sein, und das ist traurig.
Quelle: Die Vollkommene Freiheit, Jiddu Krishnamurti

Apropos Verantwortung: Gestern sah ich einen Bericht in arte. 
Der Titel: "Dritte Welt im Ausverkauf". Dort berichtete ein Äthiopier (ein Farmer) Folgendes: "Die Ausländer nehmen uns unser Land weg. Die haben uns nicht gefragt. Auch die Regierung nicht. Wenn wir uns bei der Regierung beschweren, haben wir Angst dass wir ins Gefängnis kommen. Einige sind im Gefängnis, weil sie sich beschwert haben. Wenn wir zu den Ausländern gehen, dann sagen die uns: 'Eure Regierung hat uns dieses Land gegeben. Wieso beschwert ihr euch bei uns? Geht zu denen und beschwert euch dort.'". Für mich ist das, was diese "Ausländer" machen, einfach die Verantwortung abgeben. So nach dem Motto: "Die haben das entschieden, wir sind unschuldig.". Das kann Gewalt säen. Siehe 2009 in Madagaskar, als der *geheimgehaltene* Deal zwischen Daewoo und der Regierung publik wurde.
Der Äthiopische Farmer sagte gestern im Interview: "Wahrscheinlich werden wir zu den Waffen greifen müssen."
-gm-
Die Menschen sind Werkzeuge ihrer Wekzeuge geworden. - Thoreau -

Dienstag, 19. April 2011

Viele Menschen mögen Gedanken, die nicht zum Denken zwingen. - Stanislaw Lec -

Montag, 18. April 2011

Kein anderer Mensch kann Sie von außen frei machen.

[...] Sie benutzen eine Schreibmaschine, um Briefe zu schreiben, aber Sie stellen sie nicht auf einen Altar und beten sie an. Doch das tun Sie, wenn Organisationen Ihr Hautpinteresse werden. [...] Der Schlüssel ist Ihr eigenes Selbst, und in der Entwicklung und der Reiningung und der Unbestechlichkeit des Selbst allein ist das Reich der Ewigkeit. [...] Wer außer Ihnen selbst kann Ihnen sagen, ob Sie innerlich schön oder hässlich sind? Wer außer Ihnen selbst kann Ihnen sagen, ob Sie unbestechlich sind? Es ist Ihnenn nicht ernst genug um diese Dinge. [...] Meine einzige Sorge ist, die Menschen absolut und bedinungslos frei zu machen.

[...] Bevor wir den Reichtum und die Schönheit der Erfüllung verstehen können, muss Ihr Geist sich von dem Hindergrund der Tradition, der Gewohnheit und des Vorurteils befreien [...] engen, begrenzten Blickwinkel dieser Partei. [...] dann betrachten Sie das Leben durch den Schleier von Vorurteil und Verblendung. Dieser Hintergrund der Tradition verhindert das vollkommene Verstehen des Lebens und bringt nur Verwirrung und Leiden. 

[...] Wahrhaft kritisch zu sein bedeutet nicht, in Opposition zu gehen [...] gegen etwas zu opponieren [...] Wenn ein Mensch nur opponiert, zeigt das gewöhnlich, daß er ein persönliches Interesse zu verteidigen hat, und das ist keine tiefe Einsicht durch kritische Prüfung. Echte Kritik besteht in dem Versuch, die volle Bedeutung zu verstehen, ohne dabei durch Abwehrreaktionen behindert zu werden.
- Vollkommene Freiheit, Jiddu Krishnamurti -

In diesem Sinne: SEI der du bist - aber DER sei!
-gm-
Denken ist schwer, darum urteilen die meisten. - Carl Gustav Jung -

Sonntag, 17. April 2011

Viele Leute denken, dass sie denken, obwohl sie lediglich ihre Vorurteile neu sortieren. - William James -

Samstag, 16. April 2011

Alles Mais oder was? (3/3)

Die Entdeckung des synthetischen Stickstoffes veränderte alles (...) Alles Leben hängt vom Stickstoff ab; er ist der Baustein, aus dem die Natur Aminosäuren, Proteine und Nukleinsäure zusammenfügt; die genetische Information, die das Leben regelt und aufrechthält, ist mit Stickstofftinte geschrieben. (...) Aber der Vorrat an nutzbarem Stickstoff auf der Erde ist begrenzt. (...) Bis ein deutscher jüdischer Chemiker namens Fritz Haber 1909 herausfand, wie man dieses Kunststück hinkriegt. 
(...) Vaclav Smil, ein Geograf, (...) wies darauf hin, dass >>keine Möglichkeit gibt, Feldfrüchte und menschliche Körper ohne Stickstoff wachsen zu lassen <<. (...) Um 1900 erkanten schließlich europäische Wissenschaftler, dass wenn man keine Möglichkeit fände, diesen natürlich vorkommenden Stickstoff zu vermehren, das Wachstum der menschlichen Bevölkerung bald zu einem sehr schmerzhaften Stillstand kommen würde. (...) Er schätzt, dass heute zwei von je fünf Menschen auf der Erde nicht am Leben wären, wenn es Fritz Habers Erfindung nicht gäbe.
(...) Er (der Farmer; Anmerkung vom Postschreiber) konnte Fruchtbarkeit in einem Sack kaufen, Fruchtbarkeit, die ursprünglich vor einer Milliarde Jahren auf der anderen Seite des Globus produziert wurde. Befreit von der alten biologischen Beschränkung konnte die Farm jetzt nach industriellen Grundsätzen bewirtschaftet werden, als eine Fabrik, die Inputs von Rohmaterial - chemischem Dünger - in Outputs von Mais umwandelt. (...) Die Sticksstofffixierung ermöglichte der Nahrungskette, sich von der Logik der Biologie abzukehren und sich die Logik der Industrie zu eigen zu machen. Statt ausschließlich von der Sonne zu essen, begann die Menschheit jetzt Erdöl zu schlürfen.
(...) Mehr als die Hälfte des gesamten heute hergestellten synthetischen Stickstoffs wird für Mais verwendet, dessen Hybridsorten ihn besser nutzen kann als jede andere Pflanze. Das Anbauen von Mais, das aus einer biologischen Perspektive seit jeher ein Verfahren war, Sonnenlicht einzufangen, um es in Nahrung zu verwandeln, ist nicht in geringem Maße zu einem Verfahren geworden, fossile Brennstoffe in Nahrung umzuwandeln. (...) dass der Farmer, den Kunstdünger kaufen kann, keine Zwischenfrüchte mehr braucht, um eine Jahresgesamtmenge an Sonnenlicht einzufangen; er hat sich in eine neute Energiequelle eingestöpselt.
(...) Über die Hälfte des Weltvorrats an verwertbarem Stickstoff ist jetzt von Menschenhand gemacht. (...) Indem wir die Welt düngen, ändern wir die Zusammensetzung der Arten auf diesem Planeten und bringen seine biologische Vielfalt zum Schwinden.

(Quelle: Das Omnivoren-Dilemma, Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde. ISBN: 9783442219339)

< (2)
-gm- 
Denken ist die Aufgabe des Intellekts, Träumen sein Vergnügen. - Victor Hugo -

Freitag, 15. April 2011

Beziehung(en)

Nachfolgenden Text habe ich in meinem Fundus gefunden und möchte ihn mit euch teilen, da ich der selben Ansicht bin wie der ursprüngliche Autor. Den Namen des Autors habe ich mir leider nicht gemerkt und so bleibt er unbekannt und ungennant.

Beziehung hat nur dann wirklich eine Bedeutung, wenn sie ein Prozess der Selbstenthüllung ist, in dem man sich während seines eigenen Handelns in der Beziehung sich selbst erkennt. Doch die wenigsten wollen sich in ihrer Beziehung entblößen. Sie benutzen ihre Beziehung als ein Mittel, ihr eigenes Ungenügen, ihre eigenen Schwierigkeiten, ihre eigene Unsicherheit zu verschleiern. So wird aus einer Beziehung nur eine "Bewegung", nur eine "aktiv sein". Ich habe für mich erkannt, dass eine Beziehung sehr schmerzlich ist, solange ich den Prozess meiner Selbstenthüllung nicht durchlaufen habe, in dem ich mich selbst erkenne. So eine Bezeihung basiert nur auf eine Vorstellung, auf einer Idee.

Eine Idee wird aus Wunsch, einem Verlangen, einer Absicht geboren. Wenn ich eine Beziehung zu meinem Partner habe, weil ich ihn brauche, körperlich oder seelisch, dann basiert diese Beziehung nur auf eine Idee. Auf einer Idee etwas von ihm haben zu wollen. Jedoch nicht aus der Erkenntniss zu sich selbst. Daher ist eine solche Beziehung immer anstrengend und schmerzlich, sie besteht aus schmerzvollen Auseinandersetzungen.

Und da der Verstand daran interessiert ist, sich selbst zu schützen, indem er stets im Bereich des Bekannten bleibt, reduziert er alle Beziehungen auf die Ebene der Gewohnheit oder der Sicherheitsgedanken.

Die meisten Beziehungen basieren auf wirtschaftlicher oder psychischer Abhängigkeit. Diese Abhängigkeit verursacht jedoch Angst, oft weckt sie auch Besitzanspruch in uns selber. Dieser Beistzanspruch weckt jedoch Frustration, Verdächtigungen, Unsitimmigkeiten.

In dieser Besitz ergreifenden Beziehung fühlt man sich bereichert, kreativ, aktiv. Und weil man diese Vervollkommnung nicht verlieren möchte, fürchtet man den Verlust des anderen.

Dieser Besitzanspruch weckt Ängste. Bewusste oder unbewusste.

Wer mehr über Beziehungen lesen möchte, aus der Sicht meines Lieblingsphilosophen und Gelehrten Jiddu Krishnamurti, hier (m)eine Buchempfehlung: "Jenseits der Bilder und Worte - Beziehungen verstehen und verwandeln"

-gm-
Ich gehe in mich und verliere damit die Welt.
Ich gehe in die Welt und verliere mich.
- Friedrich Hegel -

Donnerstag, 14. April 2011

Von der Liebe - Khalil Gibran

Eine schöne Variante dieses Gedichtes.
Schön gesprochen und mit wundervoller Musik untermalt.
Genießt es einfach selbst.
Sagt nicht: "Ich habe die Wahrheit gefunden", sondern: "Ich habe eine Wahrheit gefunden."
Sagt nicht: "Ich habe den Weg der Seele gefunden."
Sagt: "Ich bin auf meinem Weg der wandernden Seele begegnet." Denn die Seele wandelt auf allen Wegen, ...


-gm-
Was wir heute sind, stammt aus unseren Gedanken von gestern, und unsere Gedanken von heute erschaffen unser Leben von morgen; Unser Leben entsteht aus unserem Geist. - Goutama Buddha -

Mittwoch, 13. April 2011

Alles Mais oder was? (2/3)

(...) Als daher die Maiserträge um die Jahrhundertermitte in die Höhe zu schnellen begannen, herrschte weiterhin die Versuchung, der Wunder-Feldfrucht immer mehr Land zu geben. (...) (wurde ihm doch durch die Regierungsrichtlinien zu solchem Vorgehen geraten), mit dem zwangsläufigen Ergebnis, dass der Maispreis verfiel.

(...) Die in den 1950er- und 1960er-Jahren beginnende Flut von billigem Mais machte es zu einem einträglichen Geschäft, Rinder in Großmastanlagen zu mästen statt auf Gras, und Hühner in gigantischen Fabriken zu züchten statt in Farm-Innenhöfen. Viehzüchter aus Iowa konnten nicht mit den in Intensivhaltung fabrikmäßig gezüchteten Tieren konkurieren, die ihr eigener billiger Mais hervorzubringen geholfen hatt, daher verschwanden die Hühner und RInder von der Farm und mit ihnen die Weiden und Heufelder und Zäune.

(...) Und jedes Mal, wenn der Maispreis nachgab, pflanzten sie ein bisschen mehr davon an, um die Ausgaben abzudecken und schuldenfrei zu bleiben. Spätestens in den 1980er-Jahren war dann der vielsetig produzierende bäuerliche Familienbetrieb in Iowa Geschichte, und der Mais war König.

(...) Denn die radikal vereinfachte Mais- und Sojabohnenfarm braucht nicht annähernd so viel menschliche Arbeitskraft wie die alte vielseitig produzierende Farm, vor allem wenn die Farmer 16-reihige Pflanzmaschinen und chemische Unkrautvertilgungsmittel heranziehen können.

(...) Heute ist Churdan praktisch eine Geisterstadt, ein Großteil der Häuser in seiner Hauptstraße hat die Fensterläden zu, die Rollläden herunten. Der Frisörladen, ein Lebensmittelmarkt und das örtliche Kino haben alle in den letzten Jahren dichtgemacht; es gibt ein Cafe und einen kleinen Markt mit spärlichem Sortimentsbestand, die irgendwie noch durchhalten, aber die meisten Leute fahren die 16 Kilometer nach Jefferson, um ihre Lebensmittel einzukaufen oder Milch und Eier mitzunehmen, wenn sie beim Kum & Go-Verbrauchermarkt tanken.

(...) So ziemlich das einzige florierende, stehen gelassene Unternehmen in Churdan ist der Getreidesilo, der am anderen Ende der Stadt wie ein fensterloser Betonwolkenkratzer emporragt. Der hält sich, denn, Menschen oder keine Menschen: Der Mais kommt weiter immerzu, jedes Jahr noch mehr davon.

(Quelle: Das Omnivoren-Dilemma, Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde. ISBN: 9783442219339)

-gm-
Nur wer viel allein ist, lernt gut denken. - Waldemar Bonsels -

Dienstag, 12. April 2011

Achte auf deine Gedanken - sie sind der Anfang deiner Taten. - Chinesisches Sprichwort -

Montag, 11. April 2011

Sonntag, 10. April 2011

Alles Mais oder was? (1/3)

(...) Lesen Sie auf dem Label oder Aufdruck jedes beliebigen industriell verarbeiteten Nahrungsmittels die Inhaltsstoffe nach, und es ist Mais, worauf Sie stoßen werden, sofern Sie die chemischen Namen kennen, unter denen er reist. Lesen Sie statt modifizierte oder nicht modifizierte Stärke, statt Glukosesirup und Maltodextrin, statt kristalline Fruktose und Ascorbinsäure, statt Lezithin und Dextrose, statt Milchsäure und Lysin, statt Maltose und HFCS, statt Mononatriumglutamat und Polylole, statt des Karamellfarbstoffs und Xanthans jeweils nur ein und dasselbe Mais. Mais steckt substanziell hinter dem Kaffeeweißer und der Käsesauce Cheez Whiz, dem Joghurteis und Tiefkühlfertiggericht, dem Dosenobst und Ketchup und Konfekt, den Suppen und Snacks und Kuchenbackmischungen, dem Zuckerguss und der Bratensoße und den Tiefkühlwaffeln, den Sirupen und scharfen Soßen, der Mayonnaise und dem Senf, den Hotdogs und der Mortadella, der Margarine und dem Backfett, den Salatdressings und den Relishes und sogar den Vitaminen. (...) Es gibt etwa 45000 Artikel im durchschnittlichen amerikanischen Supermarkt, und über ein Viertel davon enthält jetzt Mais. Das gilt gleichermaßen für die Nichtlebensmittelartikel: alles, von Zahnpasta und den Kosmetika zu den Wegwerfwindeln, Müllbeuteln, Reinigungsmitteln, Holzkohlenbriketts, Zündhölzern und Batterien, bis hin zu dem Glanz auf der Titelseite der Zeitschrift, die Ihnen neben der Kasse auffält: Mais. Auch in OBST UND GEMÜSE werden Sie an einem Tag, an dem augenscheinlich kein Mais zum Verkauf angeboten wird, gleichwohl sehr viel Mais finden: in dem Pflanzenwachs, das den Gurken ihren Schimmer verleiht, in dem Pestizid, das für die Makellosigkeit des Obstes und Gemüses verantwortlich ist, sogar in der Beschichtung auf dem Karton, in dem dieses ausgeliefert wurde. Ja sogar der Supermarkt selbst - die Gipskartonplatte und der Fugenfüller, das Linoleum und Fiberglas und die Klebstoffe, als das beim Bau des Gebäudes selbst verwendete Material - ist in nicht geringem Maße eine Erscheinungsform von Mais.  (Quelle: Das Omnivoren-Dilemma, Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde. ISBN: 9783442219339)

Anmerkung von mir: Ich frage mich gerade aus was der E10 Sprit hergestellt wird? In einem Forum habe ich die Frage gestellt, was den an genmanipuliertem Mais so anstoßend sei. Einige der Forenmitglieder schrieben: Es ist die Wahlfreiheit die sie haben möchten, selber zu entscheiden welchen Mais sie zu sich nehmen möchten. Welche Wahlfreiheit? Angesichts dieser Auflistung in diesem Buch frage ich mich von welcher Wahlfreiheit diese Menschen sprechen. Ich befürchte eher das MONOPOL dieser (Lebensmittel-)Industrie-Giganten und nicht ein Verlust meiner Wahlfreiheit. Der Zug der Wahrfreiheit ist abgefahren. Ja, das ist meine persönliche Meinung. Denn es herrscht Profit, Geldgeilheit und vor allem Aurorität. Machtvolle Autorität.

Jetzt verstehe ich immer mehr weshalb genmanipulierter Mais patentiert wurde. Und vor allem weshalb das überhaupt möglich war. Einfach ein kongeniales Buch, wenn jemand erfahren möchte was alles aus einem einzigen Gras so erzeugt werden kann. u.v.m. 


-gm-
Was du denkst, das bist du. - Autor unbekannt -

Samstag, 9. April 2011

Mehrheiten zementieren das Bestehende; Fortschritt ist nur über Minderheiten möglich. - Bertrand Russel -

Freitag, 8. April 2011

Zur Demokratie gehört, dass man nicht jede Interessengemeinschaft zum Volk erklärt. - Manfred Rommel -

Donnerstag, 7. April 2011

Mittwoch, 6. April 2011

Ja, manchmal hilft es, die Augen zu öffnen, wenn man alles schwarz sieht. - Autor unbekannt -

Dienstag, 5. April 2011

Im Namen der Disziplin!

Auszug aus einer Zeitschrift in Kalifornien (Newsletter of the Comittee to End Violence Against the Next Generation)
 ...
  • In einer Schule in Pittsburgh, einer der "besten" Grundschulen, murmelte ein Schüler der siebten Klasse angeblich etwas vor sich hin. Der Lehrer wurde wütend, griff dem Schüleran die Kehle und schleuderte ihn gegen die Wand.
  • In Vermont wurde ein Schüler der sechsten Klasse vom Direktor schwer geschlagen,weil er sich mit einem anderen Schüler geprügelt hatte. Der Direktor schlug das Kind mehrere Male und warf es dabei von seinem Platz auf den Boden. Dann trat er es im Bauch, Rücken und an die Beine und riß an seinen Haaren.Der Schüler erlitt schwere Prellungen am ganzen Körper.
  • In Missouri stellte man drei Jungen,dieman beimRauchen erwischt hatte,vor die Wahl, entweder geschlagen zu werden oder die Zigaretten aufzuessen; zwei der Jungen mußten danach mehrere Tage ins Kranknehaus
(Quelle: Die neue Familienkonferenz von Thomas Gordon, Taschenbuchausgabe S.106 )

Und das alles im Namen der Disziplin!. Wirklich? Oder verwechselt mancher hier Disziplin mit disziplinieren? Ich befürchte es fast. Manche Pädagogen, Lehrer und auch Eltern, scheinen das Kind zu "besitzen", und glauben sie hätten eine Rechtmäßigkeit, zu wissen was gut für das Kind sei. Das einzige Ziel einer solchen Disziplinierung - also der Kontrollierenden - ist hier den Willen des Kindes zu brechen. Ihn zum absoluten Gehorsam gegenüber "seines Herrn" zu bringen. Dabei wird völlig übersehen, was dieses "disziplinieren" aus solchen Kindern "macht".

Die drei Beispiele sind hier Extrembeispiele. Ich weiß. Doch leider in vielen Schulen dieser Welt noch erlaubt und auch umgesetzt. Und disziplinierende Gewalt, wird auch in Deutschland eingesetzt. In manchen Schulen oder auch im Elternhaus vllt. auf eine suptile Art. Doch wird sie eingesetzt. 

So erfuhr ich vor ein paar Tagen von einem Jungen, der von seiner Klassenlehrerin und auch mit Unterstützung der Rektorin, von der Musik-AG ausgeschlossen wurde, weil er seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Ich frage mich welche pädagogischen Sinn diese Vorgehensweise dieser zwei "Pädagogen" hatte. Ich, für mich, kann keinen Sinn darin sehen, ausser den, dem Jungen, auf eine "gewaltvolle" Art beibringen zu wollen, dass er zu gehorchen hat. Wie traurig, heute noch auf solche Art der Kontrolle zurückzugreifen. Dem Jungen etwas wegzunehmen was er sehr gerne macht, um ihn dafür zu "bestrafen", dass er nicht das macht, was ihm, die machtvolle, strafende, kontrollierende Autorität auferlegt.

- gm -