Donnerstag, 20. Januar 2011

Mein Rot ist nicht Dein Rot!

Die nachfolgenden Zeilen stammen aus einem anderen Artikel. Ich habe mich entschieden, diese Fragen hier zu beantworten.

Was sagt mir, dass ich mit meinem Gegenüber eine gemeinsame Basis gefunden habe zur weiteren Kommunikation? Dass sich die Erwartungen, was eine weiterbringende Basis ist, erfüllt haben? Jeder hat ja eine Vorstellung, was sich mit einem wertschätzenden Dialog verbindet, damit man sagen kann „So, jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir bereichernd ansetzen können“.

Was ist eine „reine Beobachtung“, lieber Georg?
Für eine Beobachtung brauchen wir unsere Sinne. Sinne können uns täuschen und sie tun es auch ganz bestimmt. Allein schon unsere Farbwahrnehmung ist eine Illusion und Konstruktion unseres Gehirns. Zudem weiß ich nicht, ob der Andere z. B. ein Rot genauso wahrnimmt wie ich es tue. 


Klicken Sie hier um den kompletten Ursprungsartikel zu lesen!

Ich werde versuchen mit einem Beispiel, nahezu alle Fragen die mir gestellt wurden, zu beantworten. Und ich hoffe dass es mir gelingt. Wenn nicht, einfach weiter fragen bitte.

Folgender email-Austausch zwischen einer lieben Freundin und mir:

Sie schreibt: (...) ich bin etwas verunsichert ... hab ich gestern etwas geschrieben was Dir nicht behagt hat?? Ich freue mich natürlich auf Dich, wenn Du mich am Sonntag besuchen magst. Ist es Dir so recht, wie ich geschrieben habe? Wäre schön wenn Du Dich nochmal melden könntest...damit ich weiß wann Du kommen kannst oder möchtest.

So, jetzt stehe ich hier ich armer Thor und habe jede Menge Möglichkeiten darauf zu reagieren. Eine wäre zu sagen: "Was will die doch von mir? Von welcher eMail redet sie denn?". Eine andere wäre mich darüber zu ärgern was sie mir hier unterstellen möchte. Ich könnte also interpretieren, urteilen, Vorwürfe heraushören u.s.w.

Doch ich erkenne ihre Verunsicherung. Schreibt sie ja auch. Sie teilt mir ihre Wahrnehmung von Rot mit. Also entscheide ich mich eine gemeinsame Ausgangsbasis zu finden bevor ich darauf eingehe ob und wann ich sie besuchen werde. Und somit gebe ich erst einmal meine klare Beobachtung wieder. (Meine Wahrnehmung von Rot. Im Text in blau und fett geschrieben!). Und schreibe Folgendes:



Liebe ...,

Danke dass du nachfragst. Weshalb bist du verunsichert? Ich habe von Dir gestern keine Nachricht bekommen. Weder eine email noch eine SMS. Ist da was schief gelaufen?

So, jetzt hat auch sie die Möglichkeit in verschiedenen Richtungen zu reagieren: "Jaja, das kann jeder sagen!", oder "Jetzt versucht er sich herauszureden. Ich sehe doch hier dass mein Programm anzeigt, dass die Nachricht versendet wurde", u.s.w.

Doch sie entscheidet sich mir ihre Wahrnehmung von Rot mitzuteilen, nachdem ich ihr meine mitgeteilt habe:

Lieber Georg,

das ist ja ein Ding ... dann hast Du meine Mail gar nicht bekommen ... sowas, da muss echt was schiefgelaufen sein!!

Ich kopiere Dir die Mail jetzt noch mal und häng sie unten dran ... wir hören sicher heute dann noch von einander - ich wünsche Dir guten Appetit!!

So, nachdem wir uns angenähert haben, durch den Austausch unserer Wahrnehmung, haben wir eine gemeinsame Basis gebildet um dann darüber zu schreiben, dass ich sie sehr gerne besuchen möchte. Und wir haben dann auch den Tag und die Zeit ausgemacht.

Ich wurde oben gefragt: "Was sagt mir, dass ich mit meinem Gegenüber eine gemeinsame Basis gefunden habe zur weiteren Kommunikation?"

Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten: Nämlich, die entspannten Worte  in der zweiten email meiner lieben Freundin!

Grüßle Georg
-gm-

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