Samstag, 20. Juni 2015

Für was bezahlen dich die Leute eigentlich?

Diese Frage stelle mir jemand, dem ich erzählt habe was ich nebenberuflich mache. Dass ich als Coach, Trainer aber auch als "Psychologischer Berater" selbstständig bin.
Zuvor fragte er mich, ob ich diesen Menschen dann Lösungen anbiete und ihnen dadurch helfe. Meine Antwort war, dass ich keine Lösungen anbiete und ich hoffe, dass ich niemandem helfe *zwinka.

"Hä" sagt er. "Was machst du dann mit ihnen?"

"Nun, ich stelle Fragen und bringe sie dazu selbst nachzudenken. Denn würde ich ihnen Lösungen anbieten, auf den Tisch legen, dann würden sie mich jedes Mal wenn sie wieder in diese Situation kommen, mich einnehmen wie ein Aspirin. Und das ist nicht was ICH will!"

Kurze zeit Atempause. "Ist das privat oder bekommen sie das über die Krnakenkasse bezahlt?"  fragt er mich.
"Das ist sprivat" antworte ich ihm.

Wieder Atempause. Diese aber länger :-)

"Aber wenn du ihnen nicht hilft und keine Lösungen anbietest, für was bezahlen sie dich eigenlicht?"

"Nun" antworte ich ihm "ich stupse sie an und ver-rücke sie ein wenig. Vllt. bekommen sie dann eine andere Sichtweise auf das Ganze."

Eine sehr lange Pause und dann kommt er zu mir und sagt:"Das was du erzählt hast, mit dem anstupsen und ver-rücken ist mir vor jahren selbst mal passiert."

Und erzählt mir über seine "verkorkste Liebe" und das er durch die psychologische BEratung darüber hinweg kam.

"Und was hat der Psychologe gemacht?" frage ich ihn.

"Er hat mich ver-rückt. So wie du es gesagt hast!"

(Anmerkung: ich möchte hier nicht erzählen was er mir alles erzählt hat, da es sein Privates ist. Interessant finde ich jedoch, dass er nach eine Weile selbst zu mir kam und mir freiwillig darüber erzählt hat. Hm, habe ich ihn ver-rückt?)


(c) georg mouratidis

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