Samstag, 25. Juni 2011

Was hat Gewaltfreie Kommunikation mit Jesus zu tun?

Gestern sitze ich im Reisebüro bei Norbert, ich kenne Norbert sehr lange und besuche ihn oft an seinem Arbeitsplatz. Während wir uns so unterhalten sagt er plötzlich:  
 
"Apropos, als ich am Mittwoch aufstand um zur Arbeit zu gehen, da erzählte auf SWR1 eine Pastorin über das Streiten. Ich hörte so zu und dachte mir: Hm, das kenne ich doch, es ist mir irgendwie bekannt. Sie sagte all das was du mir auch schon erzählt hast. Und da habe ich micht wieder an die Gewaltfreie Kommunikation erinnert." 
 
Es hat mich natürlich sehr gefreut das zu hören und habe mich deswegen entschlossen die Rede hier zu posten.

Gabriele Hofmann, Pforzheim-Hohenwart, Evangelische Kirche Fair Streiten

Sechs Kunstgriffe fair zu streiten
Ich finde, ein Streit, das ist doch manchmal wie klärendes Gewitter an einem schwülen Sommertag. Streit muss manchmal sein.

Doch richtig streiten und dabei fair bleiben, das ist die Kunst! Und die muss man üben und üben und noch mal üben. Es gibt ein paar ganz einfache Kunstgriffe fair zu streiten.

Der erste ist von Jesus:

Er sagte: wenn dich jemand provoziert, wenn jemand Macht über dich hat und sie missbraucht, dann spreng du mit deiner Reaktion den üblichen Rahmen. Verblüffe ihn mit deinem Verhalten.

Jesus sagte: Wenn dich einer schlägt, dann gib nicht klein bei. Aber schlag auch nicht zurück. Weigere dich schlicht, im Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt mitzumachen. Tu etwas, womit der andere nicht rechnet. Schlägt er dich auf die eine Backe, dann halte ihm auch noch die andere hin. Damit rechnet er nicht. Das wird ihn beschämen. Kann sein, dein unerwartet friedliches Verhalten entwaffnet ihn so, dass er nicht weiterschlagen kann.

Nun kommt es (Gott sei Dank) nicht zu Ohrfeigen, wenn ich heute streite.
Aber es gibt ein paar Kunstgriffe, wie man den Rat von Jesus im Alltag praktisch umsetzen kann.

Der erste Kunstgriff: Zieh dich nicht zurück. Sei nicht verletzt oder beleidigt, sondern geh auf den anderen zu. Sprich mit ihm. Brich den Kontakt nicht ab.

Der zweite Kunstgriff: Rede von dir selbst. Sag, was dich aufregt oder verletzt. Sag nicht: Du bist so gemein! Sag: Mir hat das weh getan. oder: Ich ärgere mich. Das klingt schon ganz anders. Das ist dann kein Angriff, auf den der andere parieren muß. Darüber kann er nachdenken.

Der dritte Kunstgriff:  Rede von jetzt. Reibe der anderen Person nicht alle Fehler der Vergangenheit unter die Nase.

Der vierte Kunstgriff:  Höre dem anderen Menschen gut zu. Unterbrich ihn nicht. Versuche nicht, schon beim Zuhören mit deiner Antwort zu parieren.

Und dann sechstens: Frag nach: Wie hast Du das gemeint? Habe ich dich richtig verstanden? Damit nicht deine eigene Phantasie oder deine Vorurteile dir ein Schnippchen schlagen.
Ein Ratschlag von Jesus also: Unerwartet friedlich reagieren.

Und fünf  Kunstgriffe, wie man das praktisch umsetzen kann: Auf den anderen zugehen - Von mir selbst reden - Von jetzt, nicht von früher reden - Zuhören - Nachfragen -

Und wenn Sie, heute mit jemandem streiten müssen, probieren Sie doch einen von diesen Kunstgriffen aus. Wenigstens einen einzigen. 

Quelle:  

Kommentare:

  1. Lieber Georg,

    ich finde deinen Aufsatz zwar schön, weil er einer ist, der das Thema DEMUT/JESUS und GFK zusammen bringt, aber es in meiner Ansicht sehr allgemein formuliert und ich erkenne hier die Grundsätze der GFK nicht wieder.In der GFK wird nicht von Kunstgriffen gesprochen, vielmehr ist jeder Konflikt eine individuelle Situation, in der wir jedesmal erneut fühlen und schließlich etwas brauchen. Das kann auch ein Gefühl sein, im Bezug auf eine vergangene Sache, die wir auch ansehen können, das gefühl sollte im "jetzt" stehen, aber die sache kann zurückliegen. Auch wenn der Wolf uns mal überrollt, ist das Nachfragen nicht immer so leicht, d.h. manchmal brauchen wir erst Empathie bevor wir zuhören wollen. GFK hat viel mit Echtheit zutun und besteht nicht aus fünf oder sechs generellen Kunstgriffen oder Tipps ! Klar gibt es Paralellen zum "Christ sein", allein das beten ist ernormer Selbstempathie-prozess oder für andere beten kann auch empathie bedeuten, das finde ich so faszinierned, aber so Ratschläge, wie "Auf andere Zugehen sollte man im Kontext anschauen und ist für mich kein genereller Tipp, um GFK zu praktizieren.

    Ich möchte nicht sagen, was die "richtige" GFK ist, aber in dem Blog fehlt mir der gesamte Bezug zur Methode, wie es M.B. R. unterrichtet und mir ist daran gelegen, dass öffentlich solche Erklärungen im Kontext mit GFK im Rahmen der Lehre liegen, weil ich auch will, dass wir das Werk von Marshall so transportieren, wie er es unterreichtet hat !

    Ich hoffe du kannst das verstehen?

    Alles Liebe, Sumita ( Wien)

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  2. Hallo Sumita,

    danke erst einmal für deinen Kommentar.

    Du sagst am Schluss "ich hoffe du kannst verstehen?" - Nein, ich verstehe nicht was du mir sagen möchtest.

    Der Artikel ist die Kopie der Rede der Pastorin. Der Auslöser es zu posten ist, dass mein Bekannter hier Zusammnehänge sah.

    Und was die "Kunstgriffe" betrifft, bin ich der Ansicht, dass die vier Schritte die Marshall mir zur Verfügung stellt, sehr wohl "Kunstgriffe" sind. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

    Aus meiner Erfahrung (Coachings wie auch Seminare) erlebe ich, wie "schwierig" es ist eine Beobachtung als solche wiederzugeben. Für mein Gefühl und Bedürfnis das "richtige" Wort zu finden und es auch noch auszusprechen (zu können).

    Nun können wir uns gerne darüber unterhalten was ein Kunstgriff denn ist?

    Bedeutungen:
    [1] nur Eingeweihten bekannte, besonders wirksame Methode, ein bestimmtes Ziel auf einfache Weise zu erreichen

    Alles liebe zurück, Georg (Leonberg)

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