Samstag, 30. Januar 2016

Das Leben kann so einfach sein ...

 ... wenn jemand einem zuhört ...

"Bist du zuhause?"
"Nein, leider nicht. Bin beim Zahnarzt. Brauchst du mich?
"Ja... Wäre gut!"
"Aber gerade erfahren, im Verzug. Ruf mich an!"

Keine Sekunde später klingelt mein Telefon. Eine gute Bekannte scheint aufgelöst zu sein und sie erzählt mir über ihre aktuelle Situation. Sie weint. Ich höre ihr zu. Sie sagt, dass sie sich auskotzen möchte. Und sie wisse, dass ich die Gummistiefeln anhabe die mir nix ausmachen. Das die Kotze nicht an mich rankommt. u.s.w.

Nach einer Weile fordert  mich die Zahnarzthelferin - energisch - aufzulegen. "Man darf hier nicht telefonieren!". Also, verabscheide nich  mich von meiner Bekannten und wir vereinbaren, dass wie später weiter telefonieren werden.

Eine halbe Stunde später erhalte ich eine Sprachnachricht:

"Hallo Georg, es ist einfach irre. Absolut irre. Ich komme mir vor wie, eine hysterische, psychotische...was weiss ich was...auf jeden fall...ich wollte es dir einfach erzählen...ja, wider erwarten...ich habe nicht damit gerechnet...irgendwie...hat es doch...jetzt geklappt...auch wenn eigentlich kein brief da ist wo drin steht...wies kommt..hat das Amt überwiesen...also das geld ist da...und der T... ist dabei alle offenen Rechnungen zu bezahlen...ich bin total fassungslos und ....auf jeden fall danke ich dir sehr, dass du für mich da warst...das ich mich bei dir auskotzen konnte...dass du mir dein ohr geliehen hast...udn du dich auch dafür hast anmachen lassen musstest...von irgend einer komischen sprechstundenhilfe....ach gott...danke dir...danke...ok?...ich wünsche dir noch einenn schönen tag...und ich melde mich die tage bei dir...zum einfach so quatschen...und um zu fragen wie es dir in der zwischenzeit ergangen ist...ssss...ich bin fertig...ich könnte wieder ins bett...irre..ja...danke dir!"

"Das leben kann so einfach sein!" :-D

(c) georg mouratidis

Mittwoch, 20. Januar 2016

Dann bist du also auch rechtsradikal!

Dieses Bild hat mir einer meiner FB-Freunde in meine Chronik gepostet. Ohne mich gefragt zu haben. Ich habe es daraufhin gelöscht!

Daraufhin hat er das Bild erneut gepostet und mich gefragt, weshalb ich das Bild gelöscht habe?

Meine Antwort: "Weil ich nicht dahinter stehe! Und ich werde es wieder löschen!"

Er: "Dann bist du also auch rechtsradikal?"

Ich: "Nochmal...ich bin gar nix...weder rechts noch links...noch mittig. aber radikal...ja! was ist eigentlich radikal?"

Er: "Gewalttätig in Gedanken und/oder Taten?"

Ich: "Oh, das ist deine Interpretation...radikal hat nicht per se etwas mit gewalt zu tun...."

Ich: "Für dich:

Bedeutungen:
[1] im Denken und oder Handeln in besonderem Maße von der Norm abweichend
[2] in besonders hervorstechendem Maße
[3] Politik: eine Bestrebung bezeichnend, die Gesellschaft umfassend (an der Wurzel) zu verändern

irgend wo Gewalt?"
-:-

Warum ist es mir wichtig diesen Austausch festzuhalten?

1. Er urteilt über mich ohne mich überhaupt zu kennen.
Und 2. Benutzt er worte deren Bedeutung er nicht einmal kennt.

Als Kommunikationstrainer beobachte ich das sehr oft in Unterhaltungen zwischen mir und anderen Menschen oder zwischen Menschen überhaupt. Und Menschen glauben, dass Kommunikation funktioniert. Tut sie eben nicht. Hätte ich nicht gefragt, was denn für ihn "radikal" bedeutet, hätte ich es nur interpretieren können/müssen. Mich nervt das ungemein, wenn Menschen Worte benutzen deren Bedeutung(en) sie überhaupt nicht kennen. Und dann vorschnell urteilen: "Dann bist du also auch rechtsradikal". Auch. Somit wirft er mich in den selben Topf wie die anderen, die auch radikal sind. Und sogar rechtsradikal. Was auch immer das bedeutet. Ich erspare mir die weitere Untehaltung mit diesem Menschen hier aufzuführen. Denn er ist überhaupt nicht darauf eingegangen. Viel mehr hat er daraufhin geantowortet:"Warum schreibst du nich über die Asylantenheime-Brände?". Ganz radikal eben :-D

(c) georg mouratidis

Samstag, 16. Januar 2016

Beobachtung vs. Interpretationen, Vermutungen, Gedanken

Anfang letzten Jahres hatte ich eine junge Mentee. Sie wollte unbedingt von mir betreut werden, weil sie das was ich mache als sehr erstrebenswert sah!

Nun, sie erzählte mir, dass sie Tänzerin sei und dass sie eine sogenannte Blacklist führt. Über all das was sie beim Tanzen so erlebt. Ich habe einen Blick auf diese Blacklist geworfen und sie gebeten ihre Geschichten mal aus der "Beobachtungssicht" zu beschreiben. Und nicht aus der "Ich denke, dass" oder "Ich sage mir, dass" -Sicht.

Die Geschichte die ich unten aufführe, ist für mich eines der Beispiele, wie aus so viel Gedanken so wenig "echte" Beobachtung überig geblieben ist. Und genau das macht es aus!

Nicht all das was wir in eine Handlung hineininterpretieren entspricht den "Fakten". Sondern "nur" das was wirklich geschehen ist. Was unsere Augen, Ohren aufnehmen!

Blacklist - ohne Übersetzung, voller Interpretationen, Vermutungen, Gedanken

Dienstag, 23.08.2011
Paar-Impro-Kreis: alle sitzen und schauen zu während Osvaldo völlig selbstverständlich nach eigenem Empfinden aufsteht und sich am Wasserspender bedient wie er möchte! Alle anderen verkneifen sich das bis David eine Pause gibt und Osvaldo macht es einfach. Das zeigt mir, um ehrlich zu sein, wie er so drauf ist. Er nimmt sich mit wenig Rücksicht auf andere was er in dem Moment will!!! Ob bewusst oder unbewusst, das ist jetzt mal beiseite gestellt.
Blacklist - mit Übersetzung. Was habe ich genau gesehen oder gehört
Paar-Impro-Kreis: 30 Leute sitzen und schauen zu. Osvaldo steht auf und holt sich Wasser am Wasserspender.


Ich musste schmunzeln als ich das gesehen habe. Erkennt ihr den Unterschied?

(c) georg mouratidis

Kommentare erwünscht!

Mittwoch, 13. Januar 2016

Gefreut habe ich mich heute...

Heute beim EInkaufen.

Die Kassiererin zieht einen Artikel nach dem anderen durch den Scanner.
Natürlich vor dem Kunden vor mir.
Vor meiner Ware macht sie halt und sagt zumm Kunden vor mir. 39,50 €.

"Und warum hören Sie jetzt hiermit auf?" frage ich die Kassiererin.
"Oh, die Herren wollen das nicht bezahlen" antwortet sie mir!
"Woher wollen Sie das wissen?"
"Ooooh ich kenne die Herren sehr lang!"
"Die Tatsache, dass Sie sie kennen mag ja stimmen. Aber ob die nicht bezahlen wollen können Sie nicht wissen!" antwortete ich ihr! :-D

"Ach so" sagt die Verkäuferin "doch doch, die wollen nicht!"
"Das sagen Sie jetzt einfach mal so!"
"Nö, nö" sagt Sie "das stimmt scho!"

Nun dreht sich eniner der jungen Männern zu mir und sagt:"Wir haben diese Erfahrung noch nicht gemacht!"

"Welche Erfahrung meinen Sie?" frage ich ihn.

"Das mit dem Beazhlen!" meint er.

"Für andere" ergänze ich.

"Ja" sagt er und lacht.

"Nun, schauen Sie mal welche Möglichekeit ich Ihnen gegeben habe. Diese Erfahrung zu machen!"

Wir schauen uns beide an und lachen ganz herzhaft und laut.

Er hebt seine Hand hoch zum Abklatschen.

Wir klatschen uns ab und alchen immer noch herzhaft.

Als die beiden dann wegliefen schaut dieser eine Mann und zurück und sagt: "Alles Spaß!"

"So soll es sein!" sage ich ihm...

Und jetzt erst bemerke ich dass er eine Takke auf hat.


(c) georg mouratidis

Kommentare hier gerne erwünscht!

Samstag, 9. Januar 2016

Gefreut habe ich mich heute...

Heute beim Einkaufen.

Ich beobachte einen jungen Burschen - so ca. 3 Jahre alt: heutzutage so schwer zu schätzen - der an den Kühlregalen steht. Zeigt auf Etwas. Natürlich Süßes. Die Mutter ignoriert. Der Vater schaut ihm einfach nach. Irgendwie denke ich; der eine will die andere nicht!

Der junge Mann lässt sich nicht beirren. Holt sich das süße Zeugs und legt das in den Wagen. Er dreht sich um zu mir, er schaut mich an und wir lachen beide.

Ich zeige ihm zwei Daumen nachen oben. Er nicht mit dem Kopf und lächelt, als ob er mir sagen will: "Hab ich gut gemacht, gell?"

Ich schau weiter in das Kühlregal, will ja schließlich auch was. Mein Blick geht zu dem jungen Burschen. Er scahut mich als ob er mir sagen will, "machen wir das noch mal?"

Ich kann nicht widerstehen. ich zeige auf ein süßes Joghurt. Keine Ahnung was das ist. Einfach nur um die Mutter zu "ärgern". Ich muss jetzt noch lachen. Der junge Bursche nicht zustimmend. Ein wenig verschmitzt?

Er deutet mir an, dass er da nicht hochkommt. Ich hebe ihn hoch. Er greift nach dem Etwas. Ich hebe ihn über den Einkaufswagen sodass er das darin ablegen kann. Ich weiss nicht was die Mutter in dem Moment dachte. Aber uns war das egal. Er lachte mich wieder an. Der Vater sagte:"Vielen Dank!"

Jeder ging seines Weges. Weiter einkaufen. Naja, spätestens an der Kasse trifft man sich wieder, gell?

Der junge Mann steht mit seinen Elten hinter mir an der Kasse. Ich habe meine Ritter Sport und zeige sie ihm. Ich weiß, ich bin "böse", gell? Er nickt zustimmend, als ob er mich fragen wollte wo ich die her habe. Er will auch eine. Seine Mutter verzog die Augen. Aber noch war sie "freindlich". Ich deutete mit meinen Augen nach rechts. Er hat es offensichtlich nicht gesehen oder nicht verstanden. Ich deute ein 2. Mal. Immer noch Nichts gesehen. Sein Vater bückt sich zu ihm herunter und sagt ihm irgend etwas ins Ohr. Der junge Mann schaut mich nochmal an, ich deute wieder nach Rechts. Er sieht das Regal läuft hin und holt sich eine Tafel. Kommt zurück und legt sie in den Einkaufswagen. Der Vater lacht. Die Mutter nicht.

"Ich bin ein böser Mann, gell?" frage ich sie. Sie lächelt.

Ich lache aber auch. Mit dem jungen Burschen.

Ich zahle, verabschiede mich von dem Kleinen und gehe.
Ich fand das so süß wie er mich anschaute und mich zu diesen "Streich" animmierte. Und wir das gemeinsam durchgezogen haben :-D

(c) georg mouratidis