Mittwoch, 1. Juli 2015

Wann ist ein Freund ...

... denn ein Freund?

Ich habe endlich meine Wohnung verkauft. Und ich bin glücklich darüber. Muss meine Wohnung bis zum 31.8.2015 räumen. Ja, und das stellte mich unter Druck, da ich noch keine andere Wohnung habe.

Um mir den Druck zu nehmen, dachte ich, fragst mal deine "Freunde" ob du bei einem unterkommen kannst. Die Möbel würde ich in Lagercontainer lagern. Und natürlich würde ich auch was dafür bezahlen wollen.

Also, fing ich an, bei den "Freunden" anzufragen.

Die 1. Antwort die ich erhielt, schickte mir Begrüdnungen wie "oh, mein neues Auto kommt, das stelle ich dann in der Garage. Wo willst du parken?" oder "Bei mir ist es wie auf einer Baustelle und ich weiß nicht wie es bis Sommer aussehen wird. Ich habe selber kaum Platz zum Schlafen?"

Meine Antwort war: "Liebe XY, ich habe dich gefragt, WEIL du es mir mal angeboten hast. Und zudem habe ich in Erinnerung, dass du Geld brauchst. Und traue dich NEIN zu sagen, wenn du es nicht willst. Dieses Rumgeeiere hilft mir nicht weiter. Also, JA oder NEIN? Bei einem NEIN weiß ich, dass ich weiter suchen werde.". Darauf kam das eindeutige NEIN.

"Wie einfach das Leben ist, wenn man klar, ehrlich und deutlich kommuniziert, gell?"

Die 2. Antwort war eine "verschmähte" Liebe. Nachdem ich meine Frage gestellt hatte, fing sie mir "vorzuhalten" wie ich mich ihr gegenüber verhalten habe, obwohl sie ja so gerne mit mir was anfangen wollte. Das ich sie abgewisen hätte und jetzt komme ich verlange nach Hilfe. Diese Frau ruft mich aber jeden Monat mind. ein Mal an. Auf die Frage hin (in der Vergangenheit) wieso sie mich denn anruft, war ihre Antwort, "weil ich dich mag". AHA!

Die 3. Antwort:" Das kann ich mir sowieso nicht erlauben. In meinem kleinen Dorf!"

Die 4. Antwort: "Ich habe den Platz nicht. Ich habe ja nur 2 Zimmer"

Das ging bei 5 sogenannten Freunden so.

Und jetzt kommt der Grund warum ich diese Begebenheit festhalten möchte.

Ein indischer Fahrgast - der mich zu seiner Hochzeit eingeladen hat - war gestern wieder in meinem Bus mitgefahren. ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und habe ihn das Gleiche gefragt und auch gesagt, dass er bitte sich frei fühlen darf, ein NEIN zu sagen.

Seine Antwort war sofort: "You are welcome my friend!"

Ich traute meinen Ohren nicht und fragte, ob es sein Ernst sei. Er antwortete "YES"

Und ich fragte ihn dann wieviele Zimmer er denn hätte. Er sagte, "Ein Zimmer. Aber du bist willkommen!"

Ich bekamm eine riesen Gänsehaut und feuchte Augen. Ein wildfremder Mensch, der mich kaum kennt - im Gegensatz zu meinen so genannten Freunden -, der nur ein Zimmer hat - andere haben 4 Stockwerke, andere sogar 5 Zimmer -, gibt mir die Unterstützung. Und dadurch habe ich den Druck nicht mehr.

Da fragte ich mich "wann ist ein Freund denn ein Freund?", "was macht einen Feund eigentlich aus?"

(c) georg mouratidis

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