Freitag, 7. Juni 2013

Ich dachte halt

Heute ist eine Dame zum Einarbeiten und Probearbeiten gekommen. Ich habe ihr als aller erstes, dass Dokument gezeigt in dem die Liste der Unternehmen ist, welche sie anrufen soll.

Ich erklärte ihr jede einzelne Spalte. Wie sie wo was eintragen soll, damit es "rund" läuft.

Dann zeigte ich ihr meinen Terminkalender in dem sie - wenn ein Termin zustande kommt - diesen hier einträgt.

Während meiner Einweisungen spürte ich eine Unsicherheit in ihr aufkommen.

Sie sagte mir, dass sie zwar mit einem Computer umgehen kann, aber was ein Account ist, wisse sie nicht.

Ich unterbrach diese Einweisung und fragte sie: "Sagen Sie mir bitte mit Ihren Worten was bei Ihnen angekommen ist von dem was ich Ihnen erzählt habe und zeigen Sie es mir im Dokument?"

Die Frau erzählte so viel was mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hatte. "Wie in der Schule!" meinte sie.

Ich unterbrach sie indem ich sagte:"Schauen Sie bitte nicht mehr auf das Dokument. Schauen Sie mich an bitte. Erzählen Sie mir was Sie verstanden haben ohne auf das Dokument zu schauen. Einfach auf mich schauen und erzählen.

Sie konnte es nicht.

Ich habe ihr noch zum Schluss den Telefonleitfaden gezeigt. Und ich merkte, dass sie dabei schluckt.
"Sind Sie sicher, dass Sie das machen wollen?" fragte ich sie.

Sie erzählte mir über ihre momentante "private" Situation. Dass sie im Trennungsjahr ist und endlich raus möchte. "Ich dachte halt, ich könnte es!" sagte sie.

"Wissen Sie" sagte ich zu ihr "Sie sind noch labil um offen am Telefon mich zu repräsentieren! Wie sehen Sie das?"

"Ja, Sie haben recht" sagte sie "ich bin wohl noch nicht so weit. Noch nicht. Vllt. später mal, aber ich glaube ich bin nicht so weit. Ich dachte hatlt ich könnte es!"

Ich habe ihr ein Podcast auf meiner Homepage abgespielt.
Nachdem sie das gehört hatte, schaute sie mich an und sagte: "Herr Mouratidis, während das so lief ist mir eins klar geworden. Das ist nicht das was ich machen will. Ich möchte wie Sie Menschen ansprechen und evtl. Solche Veranstaltungen organisieren. Ich danke Ihnen dafür. Jetzt weiß ich zu mindest, dass es nichts für mich ist. Dieses Telefonieren!"

"Das freu tmich sehr, wenn Sie diese Erkenntnis bekommen haben. Ich habe da eine Idee" sagte ich zu ihr und erzählte ihr über meine neue Idee meine Dienstleistung in Form einer Homeparty abzuhalten. Sie war Feuer und Flamme und wir haben uns darauf geeinigt, dass sie jetzt diese 1. GFK-Homeparty organisieren darf und wird.

Ich freue mich sehr, dass das so gelaufen ist. Und ich machte mir vorher bereits Gedanken wie und ob ich ihr vorher absagen soll. Noch bevor ich sie gesehn hatte. Denn am Telefon merkte ich bereits ihre Unsicherheit. 

Ich dachte halt!

Und bin froh, dass ich ihr nicht vorher abgesaht habe.
 
Tja, wie sagt einer meiner Lieblingsphilosophen? "Das Leben passiert während du es planst!"

Ich bin der Überzeugung – wie ich auch die Erfahurng mit dieser Dame gemacht habe – dass es auch in Unternhemen/Wirtschaft möglich ist, Menschen dabei zu unterstützen für sich herauszufinden was sie wollen und was sie nicht wollen. Wie sich gezeigt hat – bei uns – konnten wir Gemeinsamkeiten für eine Unterstützung herausfinden. 

Hätte ich dieser Dame von vornherein abgesagt, oder das Gespräch sofort beendet, weil ich über sie “urteilte”, dann hätten wir beide nichts davon gehabt.
Jetzt habe ich jemanden der Meine Idee umzusetzen versucht und die Dame hat eine Aufgabe die sie mit viel Begeisterung machen möchte. Ich bin begeistert.
“Jaja, die Zeit. Ich weiß!”


(c) georg Mouratidis

1 Kommentar:

  1. Lieber Georg,

    das erinnert mich an einen Artikel, den ich über die Firma Semco geschrieben hatte:
    http://wirdemo.buergerstimme.com/2012/12/auf-dem-weg-zu-paradiesischen-arbeitsbedingungen/
    Diese Firma gibt interessierten und engagierten Menschen die Chance, sich in den unterschiedlichen Teams auszuprobieren uns so seine Platz zu finden.

    Herzlich Martin

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