Montag, 6. Februar 2012

Eine Frau erhält von Gott ein behindertes Kind!

Schliesslich nennt er einem Engel einen Namen und sagt laechelnd:"Ihr gebe ich ein behindertes Kind."

Der Engel ist neugierig:"Warum gerade ihr, oh Herr? Sie ist doch so gluecklich !" "Eben deswegen !" sagt Gott laechelnd. "Kann ich einem behinderten Kind eine Mutter geben, die das Lachen nicht kennt? Das waere grausam."


"Aber hat sie denn die noetige Geduld ?" fragt der Engel.


"Ich will nicht, dass sie zuviel Geduld hat, sonst ertrinkt sie in einem Meer von Selbstmitleid und Verzweiflung. Wenn der erste Schock und Zorn abgeklungen sind, wird sie es tadellos schaffen. Ich habe sie heute beobachtet. Sie hat den Sinn fuer Selbstaendigkeit und Unabhaengigkeit, der bei Muettern so selten und so notwendig ist. Verstehst du, das Kind, das ich ihr schenken werde, wird in seiner eigenen Welt leben. Und sie muss es dazu bringen, in der ihren zu leben. Das wird nicht leicht werden."


"Aber Herr, soviel ich weiss, ist ihr Glaube an dich nicht besonders stark !"


Gott laechelt. "Das macht nichts, das bringe ich schon in Ordnung. Nein, sie ist hervorragend geeignet. Sie hat genuegend Egoismus."


Der Engel ringt nach Luft. "Egoismus ? Ist das denn eine Tugend ?" Gott nickt. "Wenn sie sich nicht gelegentlich von dem Kind trennen kann, wird sie das alles nicht ueberstehen. Diese Frau ist es, die ich mit einem nicht ganz volkommenen Kind beschenken werde. Sie weiss es zwar noch nicht, aber sie ist zu beneiden. Nie wird sie ein 'gesprochenes Wort' als Selbstverstaendlichkeit hinnehmen. Nie 'einen Schritt' als etwas Alltaegliches. Wenn ihr Kind zum erstenmal 'Mama' sagt, wird ihr klar sein, dass sie ein Wunder erlebt. Wenn sie ihrem Kind einen Baum, einen Sonnenuntergang schildert, wird sie ihn so sehen, wie nur wenige Menschen meine Schoepfung sehen. Ich werde ihr erlauben, vieles deutlich zu erkennen, was auch ich erkenne --- Unwissenheit, Grausamkeit, Vorurteile --- und ich werde ihr erlauben, sich darueber zu erheben. Sie wird niemals allein sein. Ich werde bei ihr sein, jeden Tag ihres Lebens, jede einzelne Minute, weil sie ihre Arbeit ebenso sicher tut, als waere sie hier neben mir."


"Und was bekommt sie fuer einen Schutzheiligen ?" fragt der Engel mit gezueckter Feder.


Da laechelt Gott:"Ein Spiegel wird genuegen !"


- Autor mir unbekannt -

Kommentare:

  1. Diese Geschichte erinnert mich an meine behinderte Tochter. Sie kann nicht so gut hören und auch nicht hören.

    Und doch haben wir miteinander telefoniert. Die Krankenschwestern im Krankenhaus habe ihr den Telefonhörer ans Ohr gehalten und ich habe dann gesprochen. Und irgendwie musste sie mich hören. Sie gab Laute von sich. Und das war für mcih ein sehr bewegender Moment. Sie hat mir mir telefoniert. Die Schwestern an ihrer Seite waren perplex und verwundert. Genau so wie ich.

    -gm-

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  2. Mein lieber Georg,

    wenn mir nicht möglich ist an einem Stück zu schreiben weil ich mir Tränen abwischen muss, dann ist das der Beweis, wie sehr ich berührt bin!
    Ich danke Dir für diesen Beitrag und wünsche Dir ebenfalls noch viele bewegende Momente mit deiner Tochter. Bewahre Dir die Fähigkeit, dich auch an kleinen Verbesserungen zu freuen!

    Viele Grüße

    Herbert

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