Samstag, 21. Januar 2012

Der magische Pinsel

Ein Betroffener steht vor einer Prüfung und geht in den Tempel, um zu beten. Er kniet nieder vor der Statue des „roten Richters“, einer Götterfigur mit einem Pinsel in der Hand, welcher Erfolg in Kalligraphie, Poesie und Dichtkunst symbolisiert.

Zu diesem „roten Richter“ betet unser Kandidat jetzt und sagt: „Ich bin ganz verzweifelt, morgen beginnen die Prüfungen, die über drei Monate laufen werden. Kannst du mir helfen?“

Auf einmal kommt die Statue zum Leben. Der „rote Richter“ beugt sich herunter und sagt mit donnernder Stimme: „Hier, nimm diesen Pinsel! Einen Monat nach Abschluss der Prüfungen bringst du ihn mir wieder!“

Überglücklich eilt der Prüfling von dannen. Und er besteht alle Prüfungen summa cum laude. Er wird sogar ein geachteter Poet durch die Gedichte, die er in diesem Prüfungswochen schreibt. Er hat begonnen, außerhalb der Prüfungsaufgaben Gedichte und kurze Texte zu schreiben … Aber nun geht diese Zeit zu Ende, denn der „rote Richter“ hatte ja gesagt, daß er diesen „magischen“ Pinsel zurückbringen muß.

Inzwischen hat er gelernt wertzuschätzen, dass er seine Gedanken und seine Emotionen ausdrücken kann. Er hat begriffen, was für einen Sinn es hat, wenn man seine Gedanken und Empfindungen niederschreibt.
Der Tag, an dem er den Pinsel zurückgeben muss, rückt immer näher. Er schreibt ziemlich hektisch soviel wie möglich, damit er diese Zeit noch ausnutzen kann, solange er den Pinsel hat. Und dann geht er an den Schicksalstag wieder in den Tempel und betet zum „roten Richter“. Zuerst bedankt er sich für die großartige Hilfe, und dann sagt er: „Ich würde so wahnsinnig gern deinen Pinsel noch länger benutzen. Das ist so toll, das fließt aus mir heraus, es entwickeln sich so großartige Dinge. Kann ich den Pinsel bitte schön nicht noch ein Weilchen behalten?“ Wieder kommt Leben in die Statue. Wieder spricht der rote Richter mit donnernder Stimme: „Du, Narr! Hast du es denn noch immer nicht begriffen? Jetzt kannst du mit jedem Pinsel schreiben!“ 

- Autor mir unbekannt -

Und die Moral von der Geschicht: Niemand kann euch von außen glücklich machen. Niemand!

1 Kommentar:

  1. Oder:
    Der Glaube versetzt Berge.
    Alle Kraft und viel Können ruhen schon in uns, wir brauchen nur den Mut, all das aus uns heraus zu lassen.

    Viele Grüße lieber Georg

    Herbert

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