Sonntag, 15. Mai 2011

Etiketten und Schubladen

Ich möchte versuchen dir aufzuzeigen was es für mich bedeutet menschen zu etikettieren oder in schubladen zu stecken.

1. Etiketten
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Wenn ich bei all dem was der kleine Jeff tut, er entweder meinen Vorstellungen nicht enstpricht, oder er etwas tut was mir gefällt oder auch nicht gefällt, ihm jeweils ein Etikett anheften würde, dann würde jeff nur noch als ein *Etwas* rumlaufen auf dem lauter Etiketten rumkleben. Im Laufe seines Lebens kommen immer mehr Etiketten drauf. Und das nicht nur durch mich. Sondern durch seine Umwelt, durch seine Eltern, seinen Großeltern, seinen Lehrern, seiner Freundin, seiner Frau, u.s.w. Was genau nehme ich dann von Jeff wahr wenn ich ihn nicht sehen kann vor lauter Etiketten. Was nehme ich war wenn ich *IHN* nicht sehe, sondern nur das sehe was ich von ihm *halte*. Wenn ich nur auf der Oberfläche die Etiketten sehe und durch diese Etiketten ich schon *befangen* bin. Denn einige davon habe ich ihm ja aufgeklebt. Und diese Etiketten wieder runter zu bekommen wird für Jeff sehr sehr schwierig werden. Denn er fühlt sich nicht so wie alle anderen denken, dass er sei. Er ist nicht der den andere gerne machen wollen.

Das größte problem dabei sehe ich, dass die gefahr besteht, dass durch diese Etikettierung Jeff dann tatsächlich glaubt all das zu *sein* was auf den Etiketten steht. Er trägt es ja schliesslich mit sich und in sich und auf sich rum, Aus diesem Grund etikettiere ich nicht. Bewerte oder Verurteile ich einen Menschen nicht. Ich bewerte nicht die PERSON Jeff. Kannst Du den Unterscheid erkennen wenn ich sage ich *werte*, ja werte, nur seine Handlung. Nicht den der sie ausfürht. Und selbst da klebe ich nicht ein Etikett: "Jeff/schlecht/weil..." Und das ist nicht wie ich Jeff wahrnehme, sondern "wie gehe ich damit um wenn Jeff etwas tut". So lasse ich Jeff Jeff sein!

2. Schubladen
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Beim Schubladen sehe ich ein viel größeres *Problem*. Wenn ich anfange Jeff Stück für Stück in Schubladen zu stecken, dann ist die Person Jeff auseinander gestückelt und ich öffne jedesmal wenn sich Jeff nicht nach meinen Vorstellungen, oder auch nach meinen Vorstellungen entsprechend verhält, eine Schubalde, und hole *nur* dieses Stückchen heraus mit dem ich mich unterhalten will. Das ich bestrafen oder loben will. Im laufe seines Lebens besteht Jeff nur noch aus Millionen von Schubladen. Doch niemand sieht ihn als Ganzes. Nämlich als Jeff. Ich möchte aber mit Jeff kommunizieren. Mit Jeff!

Das zum Thema Wertschätzung. Ich wertschätze den Jeff. und nicht einen Teil/Etikette/Schublade die mir grade gefällt/passt. Die meiner Meinung nach grade Jeff ist, weil ICH das so WILL, dass er grade so ist..

D.h. im Gegenzug dass ich es nicht mag wenn jemand zu wissen glaubt wer oder was ich bin. das kann er nicht! D.h. dass ich es nicht mag wenn mir jemand auch noch sagt, ich sei das oder das. Das kann er nicht wissen! Der einzige der das kann bin nur ich. Wenn überhaupt! 
-gm- 

1 Kommentar:

  1. Ein schöner Beitrag und wie wahr.

    Meine Meinung dazu:
    Der Mensch wertet und beurteilt,
    er hat seine Meinung und damit hat er auch ein Schubladendenken.
    Immer wieder erstaunlich wie viele das nicht einsehen. Und ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen davon nicht frei sind.
    Den einzigen Menschen, den ich persönlich traf und mich auch mit ihm unterhalten habe und dem ich das zu 100 % abnehme, ist ein tibetischer Mönch. Der Mann hat aber auch eine ganz andere Mentalität, Kultur, Tradition und Lebensweise. Und dieser Geshe lebt das 100%tig.

    Frau und Mann, Mutter, Vater, Tochter, Sohn, Freund, Freundin, Geliebte, Geliebter usw... sind alles Rollen.
    Inwieweit solche Rollen in typischen Klischees gedacht, gelebt und gesehen werden, hängt vom eigenen Horizont, dem eigenen Vermögen, von dem was dem Menschen mit auf den Weg gegeben wurde, z.B. durch Erziehung, konditionierten Glaubensgrundsätzen, Gesellschaft, der eigenen Lebensphilosophie usw. ab.

    Wie man selbst ist, weiß man selbst am Besten so man sich auch ehrlich anschaut.

    Ich stelle immer wieder fest, dass Menschen eine sehr interessante Selbsteinschätzung haben und das überhaupt nicht leben oder auch nur ansatzweise so zeigen wie sie sich selbst einschätzen.

    Das zeigt sich im Berufsleben sehr oft und da wird gewertet und berurteilt. Das fängt mit der Bewerbung an, geht über das Bewerbungsgespräch bis zu Arbeits- und Persönlichkeitsberuteilung usw...

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